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Hartmut BrieDenkspurGedichteGebundene Ausgabe: 133 Seiten Verlag: Wiesenburg Verlag; Die Badische Zeitung schrieb am 2. November 2006 unter dem Titel "Im Labyritnth der Sprache" über diesen Band: Der neue Gedichtband von Hartmut Brie ist da. "Denkspur" lautet der Titel der dritten Lyriksammlung des Müllheimer Autors und Sprachwissenschaftlers. Bries lyrische Spuren beginnen in Afrika, und "Afrikanische Masken" heißt das erste Gedicht. Es ist ein Brückenschlag zu den Illustrationen: Eindrucksvolle Fotos von afrikanischen Masken und Fetischen. Der Autor hat mehr als ein Jahrzehnt auf dem Schwarzen Kontinent verbracht — als Leiter von Alphabetisierungskampagnen. Sein Weitblick und seine Distanz sprechen eine beunruhigende, aber auch faszinierende Sprache. Aus der Vogelperspektive nimmt er die gesellschaftlichen Konflikte und Scheinkonflikte deutscher Machart aufs Korn. In kühnen Klangbildern zwingt er den Leser zum Nachdenken, hält ihm den Spiegel vor. Wenn Brie humorvolle Töne anschlägt, dann bleibt einem das Lachen manchmal im Hals stecken. Öfter entlockt er dem Leser aber auch ein Schmunzeln. Der Zugang zu Bries Lyrik gelingt vielleicht deshalb zu direkt, weil sie weltnah ist und voller Emotionen steckt, auch wenn letztere sich hinter einer gewissen Kühle verbergen. Verborgener Zorn ist da auszumachen, ein Kopfschütteln, oft ein zynischer Blick. Und immer wieder ein ganz intimer Einblick in die innerste Gedankenwelt. Von Spannungsherden, Vorurteilsschranken und Parteienlandschaften ist da die Rede. Sperriges wird sprachlich gesprengt und neu zusammengesetzt. "Ein kräftiger Trotz" ist immer spürbar — eine Gedichtüberschrift, die auch roter Faden für das Ganze sein könnte. "Wäre da nicht" die tiefere Denkspur, auf welcher der Autor den Leser ins Labyrinth der Sprache lockt, wo es sich aber gut und gerne verweilen lässt. |
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