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Faszikel Ein Bild beschreiben heißt auch, es mit Schrift zu
übermalen. Die Beschreibung übersetzt es in ein anderes
Medium. Die Struktur des Textes ist: Ein Bild stellt das andere in
Frage. Eine Schicht löscht die vorige jeweils aus, und die Optiken
wechseln. Dem bildenden Künstler Haimo Hieronymus und dem
Schriftsteller A.J. Weigoni geht es in ihrer Arbeit um die
Übersetzung in andere Medien, um die Bildung von Schichten, die
simultan und konsekutiv, Gedichte sichtbar/hörbar machen -
wechselnde Optik, die schließlich auch den Betrachter heilsam in
Frage stellt.Das Bild ist Materie, kein Anschauungsmaterial. Material, das zerstört werden kann, um es neu zu fügen, andere Gedanken zu formulieren, neue Zusammenhänge zu erschließen. Der Tastsinn des Beschauers wird angeregt, um wieder negiert zu werden. Dabei entsteht kein Schock, sondern ein subtiler Dialog zwischen Bild und Betrachter, zwischen Materie und Fügung. Anstatt eines beliebigen Dekors der Geschwindigkeit entsteht eine leise Schwingung, eine Vibration in der Oberfläche von Bild und Text. Diese fügt das Bild zusammen, nicht Linien oder Linienkonstrukte für sich: Sie sind eingebunden in eine Gesamtabsicht der Komposition. Aufgelöste Flächen in beständigem Schwingen, im Gespräch und Streit mit den Lineaturen. Haimo Hieronymus und A.J. Weigoni gehen bei diesem Projekt vom Virtuellen ins Materielle und zielen auf ein älteres Speichermedium, das mittels neuer Medien hergestellt wird und mit analogen Medien zur gebundenen Form findet. Die Entstehung einer Einheit von Schrift und Bild untersuchen Haimo Hieronymus und A.J. Weigoni im Medium des Computers und setzen sie im Neheimer Atelier um. Die "digitale Manufaktur" produziert ein »Faszikel«. Matthias Hagedorn Beitrag von: Matthias Hagedorn, Matthias-Hagedorn@gmx.de, www.weigoni.de |
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