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Aphorismen

zur Literatur

Von dem für seine beißenden Kritiken bekannten Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki stammt der vernichtende Spruch: "Die meisten Dichter verstehen von Literatur nicht mehr als Vögel von Ornithologie."
Gilt die analoge Aussage auch für Literaturkritiker? Sicherlich nicht für den Altmeister der Kritiker.

Ein wundervoller oder besser ein außergewöhnlicher Aphorismus stammt vom Schöpfer des unsterblichen Dr. Schiwago Boris Pasternak: "Literatur ist die Kunst Aussergewöhnliches an gewöhnlichen Menschen zu entdecken und darüber mit gewöhnlichen Worten Aussergewöhnliches zu sagen."

Ein Aphorismus, der möglicherweise viel über den emotionalen Zustand vieler Schriftstller aussagt, stammt von dem Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel: "Wer keine Neigung zur Traurigkeit hat, der ist für die Literatur verloren. Die Welt der Literatur ist die Welt der Sentimentalen." Von ihm soll auch das folgende Zitat sein: "Man kann sich nichts vom Leib schreiben. Man schreibt sich alles auf den Leib. Selbst wenn man einen politischen Artikel schreibt, wird das Elend und die Wut immer größer, nicht kleiner. Schreiben ist keine Therapie, Schreiben ist gefährlich."

Oscar Wilde machte sich Gedanken zum Verhältnis der Literatur zu ihrer Schwester "Journalismus":"Der Unterschied zwischen Literatur und Journalismus besteht darin, dass der Journalismus unlesbar ist und die Literatur nicht gelesen wird."




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