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Das Aschenputtel-PrinzipKriterien zur Findung guter Literaturvon Bernd Klein"Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!" so lautet die Aufgabe für die Tauben in Aschenputtel oder Cinderella, wie es viele heute nennen. Die Analogie liegt auf der Hand: Die Asche, dass ist das gesamte Universum der erzeugten Literatur. Inmitten der Asche finden sich Linsen, also Werke, die es sich lohnt "aufzulesen". Aber nicht jede Linse lohnt den Weg in den Topf, also den Literaturbetrieb. Die schlechten Linsen wandern sofort in den Kropf der Vögel oder den Reisswolff der Lektoren und Literaturagenten.Bleiben wir bei unserem Beispiel. Was wenn in dem Aschenhaufen sagen wir hundert Mal so viele Linsen vorhanden sind, als eigentlich von Aschenputtels böser Schwiegermutter benötigt werden? Wenn der Berg sogar noch ständig wächst? Als Konsequenz wandern für den menschlichen Verzehr bestens geeignete Linsen zu Hauf in Vogelmägen. Selbst wenn man sich bemüht die besonders dicken und wohlgeformten Linsen in den Topf zu bringen, werden immer noch allzu viele Prachtexemplare unmittelbar in Vogelkot gewandelt. Aber nun genug des Märchenhaften. Im realen Literaturbetrieb ist es wohl nicht zu hoch gegriffen zu schätzen, dass hundertmal so viele Bücher angeboten werden, wie veröffentlicht werden. Welche Kriterien wenden nun "erfahrene" Lektoren und Literaturagenten an, um den Berg der Einsendungen zu schrumpfen. Wie bei den Linsen wandern auch Romane und andere literarische Werke von höchster Qualität im "Kröpfchen", oder besser gesagt, sie werden zur Chancenlosigkeit verdammt. Bei Ihrer Auswahl gelten unter anderem folgende wichtige Kriterien und Fragestellungen:
Im Prinzip bedeutet das, dass viele literarische Werke, die es wert wären, nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Es stellt sich die Frage wieviele Autoren und Autorinnen ewig im Dunkeln bleiben, obwohl sie und ihre Werke eine Veröffentlichung verdienten. Viele sind sicherlich besser als all das, was sich in den Top-Ten der Illustrierten und Magazine tummelt. Außerdem stellt sich die Frage, wie viele neuen Schriftsteller und Schriftstellerinnen sich erst gar nicht trauen an Verlage zu wenden. Die davon ausgehen, dass man ihrem Werk keine Chance einräumen wird, dass man es wahrscheinlich noch nicht einmal auch nur auszugsweise lesen würde bevor man es ablehnte. Man möchte sich einfach eine Demütigung ersparen und lässt sein Werk im Keller verroten oder veröffentlicht es kostenlos im Internet. |
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