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Schreibhemmung

Schreibhemmungen, häufig auch als Schreibblockade sind im angelsächsischen Raum ein unter dem Begriff "writer's block" bekanntes Problem, an dem viele Schriftsteller leiden. Dabei handelt es sich um eine psychische Erscheinung, die in der Schwierigkeit mancher Schriftsteller besteht, mit Ihrem künstlerischen Schaffen fortzufahren. Schreibblockaden können kurzfristiger Natur sein, z.B. einige Tage oder Wochen, können sich aber auch über Jahre und Jahrzehnte hinziehen. Die Ursachen für Schreibhemmungen sind sehr unterschiedlich. Hier einige typische:
  • Angst vor Ablehnung oder Misserfolg
    Dieser Zustand stellt sich sehr häufig ein, wenn ein Autor bereits erste Erfolge verbuchen konnte. Man fürchtet sich, auf dem hohen Leistungsniveau weitermachen zu können.
  • Angst vor Erfolg
  • Allgemeine persönliche Probleme
In der Psychologie kennt man dieses Problem unter dem Term Procrastination. Unter dem Begriff  Procrastination versteht man ganz allgemein das Problem, wenn eine Person Aufgaben oder Projekte über das zulässige Maß hinaus verzögert oder hinausschiebt. .

Schreibhemmungen stellen sich sehr häufig nach dem ersten erfolgreich veröffentlichten Buch ein. Plötzlich plagen den Autor ängste und Zweifel, ob es sich vielleicht bei seinem Erstlingswerk gewissermaßen um ein Zufallsprodukt gehandelt hat oder ob er es jemals wieder schaffen könne, ein solches erfolgreiches Buch zu schreiben.

Ein besonders gravierendes Besipiel ist Henry Roth. Er vollendete 1934 den Roman "Call it Sleep" (Nenn es Schlaf), danach startete er  ein autobiographisches Werk, welches er jedoch  1940 vernichtete. Erst Ende der 60er Jahre begann er wieder zu schreiben.

Ein weitaus bekannterer Vertreter mit einer ausgeprägten Schreibhemmung war Jerome D. Salinger.  Mit Kurzgeschichten feierte er erste Erfolge,  aber sein im Jahre 1951 veröffentlichter Roman "The Catcher in the Rye"  (Der Fänger im Roggen) wurde ein sofortiger internationaler Erfolg. Heute noch werden ca. eine Viertel Million Exemplare jährlich von diesem Roman verkauft. Er schrieb keinen weiteren Roman mehr.  1974 sagte er in einem Interview mit der New York Times: "I like to write. I love to write. But I write just for myself and my own pleasure" (Ich schreibe gerne. Ich liebe es zu schreiben. Aber ich schreibe nur mich selbst und für mein eigenes Vergnügen.)

Niemand kennt aber all die Menschen, die gerne schreiben würden, aber die unter dieser Blockade von Anfang an leiden, die nie einen Roman vollenden können, die möglicherweise keine Zeile fertig stellen können, solange es ihnen nicht gelingt, sich von ihrer Blockierung oder Procrastination zu befreien.

Möglichkeiten der Heilung von Schreibhemmungen finden Sie unter Behandlung der Procrastination.

© Copyright 2003 - 2005, Bernd Klein