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Auf der Suche nach einem Verlag
Möglicherweise sind Sie auf dieser Seite gelandet, weil Sie einen
Verlag für Ihr literarisches Werk suchen. Wahrscheinlich waren Sie
vorher schon vergeblich bei einigen anderen Webseiten. Vielleicht
spielen Sie auch mit dem Gedanken, sich einen der zahlreichen Ratgeber
als Buch zuzulegen. Aber allen Tipps, ob Sie sie kostenlos im Internet
oder durch Kauf von manchmal recht teurem Expertenwissen erhalten, ist
eines gemeinsam: Sie sind entmutigend!
Wenn es Ihnen gelingt bei den Webseiten der Verlagen zu den Bereichen
vorzudringen, wo es um neue Autoren und Autorinnen geht, wimmelt es von
abschreckenden Formulierungen. So als ginge es den Verlagen in erster
Linie darum neue Schriftsteller zu entmutigen. Man brüstet sich
gerne mit Formulierungen wie
- "bei den Dutzenden von unaufgefordert eingehenden
Manuskripten, die uns täglich erreichen ...."
- "Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte können wir
leider ... "
- "Wir bitten Sie jedoch um Verständnis dafür, dass wir
für unverlangt
eingesandte Manuskripte, Rezensionsexemplare für Bücher und
so weiter,
keine Verantwortung übernehmen können."
Richtig freundlich klingt es schon, wenn ein Verlag schreibt: "Gerne
prüfen wir auch unverlangt eingesandte Manuskripte"
Was besonders ins Auge sticht sind die Wörter unverlangt und unaufgefordert. Damit wird gewollt
oder nicht der Eindruck erweckt, dass man etwas Ungebührliches
tut, wenn man einen Verlag als unbekannter Autor mit seinem Manuskript
konfrontiert. Man fragt sich unweigerlich, wie schafft man es, dass man
von einem Verleger aufgefordert wird, sein Manuskript einzuschicken.
Dies ist ebenso einfach, wie eine Henne ohne Ei zu züchten.
Leider erscheint es heute so, als seien die Verlage nicht mehr an
Nachwuchs interessiert, als verdienten sie genug mit den bereits
erfolgreichen und bewährten Autoren und Autorinnen!
Die Situation für neue Autoren ist schlechter als jemals zuvor. Die
Verlage suchen meist nur noch nach Gewinnmaximierung und scheuen das
Risiko. Maximalen Gewinn versprechen bereits eingeführte Autoren. Man
veröffentlicht lieber - lassen Sie mich übertreiben - das
siebenundzwanzigste Buch eines "Erfolgsautors", auch wenn es noch so
schlecht ist, als Geld in einen neuen Autor zu investieren.
Außerdem wird der Anteil an Übersetzungen fremdsprachlicher Werke
immer höher. Man hat schließlich nur ein geringes Risiko, wenn man
Werke ins Deutsche übersetzt und verlegt, die sich bereits in anderen
Ländern bewährt haben.
Unser - sicherlich nicht ganz ernst gemeinter - Tipp zur
Veröffentlichung Ihres Romans: Spielen Sie Lotto und hoffen Sie auf
einen Hauptgewinn. Sollten Sie gewinnen, gründen Sie Ihren eigenen
Verlag und vertreiben Ihr eigenes Buch!
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