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Sophies Wunsch an den lieben GottSophies Wunsch an den lieben Gott

von Sabina Reithofer

erschienen im Mai 2006 bei der Autorengemeinschaft Artep
ISBN: 3936544700

Die elfjährige Sophie hat ihren Vater seit der Scheidung vor 9 Jahren nicht mehr gesehen. Sie wohnt bei ihren Großeltern, da ihre Mutter, eine Stewardess, sehr viel unterwegs ist. Die Nachricht vom plötzlichen Tod ihrer Mutter wirft viele Fragen auf. Was passiert, wenn ein Mensch stirbt? Wohin geht er? Nach der Beerdigung träumt Sophie von einer Begegnung mit ihrer Mutter in einer anderen Welt. Aber ist es wirklich nur ein Traum?

In diesem Buch habe ich auch für mich Trauerarbeit geleistet. Ich selbst habe vor einigen Jahren meinen Lebenspartner verloren und durch diese Geschichte erkannt, dass ich diesbezüglich noch nicht alles aufgearbeitet habe. Ich habe es geschafft, den Tod von einer ganz anderen Seite zu betrachten und viles zu verstehen. Die Hoffnung und den Glauben an ein Leben nach dem Tod habe ich in mir gestärkt, und ich sehe nun "ein Licht am Ende des Tunnels".


Leseprobe:

„Papa? Wo ist er denn eigentlich? Ich hab´ ihn nicht gesehen. Aber er muss doch da sein“, überlegt Sophie. „Er muss jetzt auch für mich da sein!“ Doch sie kann den Papa nirgends sehen. „Wahrscheinlich kommt er noch“, denkt sie sich. „Bestimmt wurde er aufgehalten. Er muss zu Mamas Beerdigung doch kommen.“ Als der Sarg dann ins Grab gesenkt wird, verändern sich ganz plötzlich ihre Gedanken. „Was soll das? Warum wird sie denn da in dieses tiefe Loch gelegt? Sie ist doch nicht tot! Der Engel hat sie geholt, sie ist im Paradies. Was ist denn im Sarg? Mama ist doch im Paradies! Oder ist sie doch da drin? Wie ist das denn nun wirklich? Wo ist Mama?“ Und plötzlich ist da wieder diese Angst. Sie kommt immer dann, wenn Sophie keine Antworten weiß, wenn sie unsicher ist. Schnell nimmt sie die Hand ihrer Großmutter, die neben ihr steht und drückt sie ganz fest. Die Oma erwidert den Druck. Sie stützt sich an den Großvater, der wie ein gebrochener alter Mann aussieht. Mama war ihr einziges Kind. Sie war behütet aufgewachsen, wurde stets geliebt. Nun gab es nur noch Sophie, das einzige was ihnen von ihrer Tochter noch geblieben ist. Jetzt war sie ihr wertvollster Schatz. 2 Monate ist es nun schon her, seit Sophies Mutter gestorben ist. „Mama, Du fehlst mir“, sagt Sophie nach dem Abendgebet. Sie betet jeden Abend vor dem Einschlafen, und danach spricht sie jedes Mal einen Wunsch aus. Sie hat viele Wünsche. Oft schon hat sie um eine beste Freundin gebeten, um eine Vertraute, mit der sie über all ihre Gedanken sprechen konnte. Aber es sollte keine Freundin sein, so wie sie die anderen haben. Nein, sie wollte eine besondere Freundin. Sie sollte immer da sein, wenn sie sie brauchte. Sie sollte ihr zuhören, mit ihr spielen, mit ihr singen, sich mit ihr gemeinsam Geschichten ausdenken. Sie sollte mit ihr lachen und weinen, ja sie sollte die einzige sein, die sie jemals weinen sah. So wie Mama. Seit sie gestorben und im Paradies ist, hat Sophie allerdings nur noch einen einzigen Wunsch. Sie will ihre Mama wieder sehen, in ihren Armen liegen, gemeinsam mit ihr lachen und weinen, spielen, ihr alles erzählen. Sie möchte, dass Mama ihr wieder spannende und aufregende Geschichten erzählt, so wie sie es immer tat, wenn sie da war. An diesem Abend kann sie noch lange nicht einschlafen. Sie redet und redet und redet. Irgendjemand würde ihr schon zuhören, denkt sie. Und während sie noch in ihren Wünschen versinkt, schläft sie ein und befindet sich plötzlich in einer ganz anderen Welt. Sie sieht eine wunderbare Landschaft. Eine grüne endlos scheinende Wiese mit bunten Blumen liegt vor ihr. Sie nimmt das Summen vieler Bienen wahr, und viele Schmet-terlinge in den verschiedensten Größen und Farben tummeln sich umher. Die Bäume sind über und über mit Blüten bedeckt wie im Frühling. Und überall ist Musik zu hören, Musik von Stimmen begleitet, wie sie sie nie zuvor gehört hat. Barfuss läuft sie ausgelassen über die Wiese, der warme Sommerwind streicht ihr durchs Haar. Der Duft der Blumen betäubt sie. Lange schon hat sie sich nicht mehr so sicher und wohl gefühlt. Es ist einfach wunderbar. Genau so hatte sie sich immer das Paradies vorgestellt. Plötzlich bleibt sie stehen. Am Horizont kann sie ein helles Licht erkennen, welches sich ihr in rasanter Geschwindigkeit nähert. Vor ihr hält es an und formt sich zu einer menschlichen Gestalt. Sophie steht wie angewurzelt da, fast wie in Trance. „Mama?“ fragt sie. „Mama!“ Tränenüberströmt vor Glück fällt sie in die Arme ihrer Mutter. Sophie hat nie aufgehört an das Paradies zu glauben, und jetzt hat sich ihr größter Wunsch erfüllt. Oma hatte doch gesagt: „……und wenn wir ganz fest daran glauben, können wir mit ihr sprechen und sie kommt uns auch in unseren Träumen besuchen.“ In diesem Moment kann sie sich ganz genau daran wieder erinnern.

Das Buch ist auf der Website http://sabina-reithofer.net, www.autorenverlag-artep.de, www.lumen-verlag.de, www.amazon.de, www.bol.ch und noch in einigen anderen Online-Shops erhältlich.





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