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PS: Glücklich sein


Ein Ratgeber zur Lebensführung
ISBN 85-904165-5-0

Der Autor Peter Maurer wurde 1963 in der Schweiz geboren. Seit 10 Jahren ist er aktiver Bodybuilder. Im Selbststudium beschäftigte er sich Marketing, Werbung, Verkauf, Animation, Personalführung, Kommunikation, Ernährung, Trainingslehre, Sportbiologie, Psychologie.  Seit knapp 3 Jahren lebt der Autor in Brasilien, wo er als Personaltrainer tätig ist.

Glücklich seinAuszug:

Viele Menschen heute sind unglücklich. Man sagt doch: "Glück kann man sich erkaufen." Zu einem Teil stimmt das sogar. Es ist ein Unterschied, ob jemand am Rande des so genannten Existenzminimums leben muss oder sich alles kaufen kann. Alles? Für mich bedeutet glücklich sein, wenn ich meinen Körper und meinen Geist fühle. Dieses Gefühl kann man sich für kein Geld der Welt erkaufen; man muss es sich selbst erarbeiten. Glücklich sein: Das kann für viele etwas anderes bedeuten. Die einen haben ihrem Körper den Kampf angesagt, sie wollen abnehmen, sei es aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen. Andere suchen ihr Glück vielleicht noch. Es gibt unzählige Gründe, nicht glücklich zu sein: Mobbing am Arbeitsplatz, der Ärger zu Hause mit der eigenen Familie, Alkohol oder Ähnliches"

Ich kann dir diese Probleme nicht abnehmen, aber ich kann dir zeigen, dass man mit kleinen Veränderungen in Es gibt Leute, die suchen ihr Glück zum Beispiel beim Schönheitschirurgen. "Herr Doktor, bitte hier auch noch ein wenig wegschnipseln", kann es lauten. Es gibt schon Implantate für Männer, so genannte Brustimplantate, damit man eine beeindruckende Brust vorzeigen kann. Versteh mich nicht falsch: Ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand einer Schönheitsoperation unterzieht. Vielleicht   mache ich das mit 50 Jahren auch, dann geht es aber nur um meine Gesichtsfalten. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. seinem Leben das Glücklichsein besser erleben kann. Wenn wir lachen, hat das ebenfalls positive Auswirkungen auf unser Glück. Wenn du lachst, ist das ein ausgezeichnetes Gesichtstraining, denn dabei werden sehr viele Gesichtsmuskeln aktiviert. Auch ein schadenfrohes Lachen ist gesund, denn es verwandelt sich nach kurzer Zeit in ein echtes Lachen. Es gibt so genannte Lachtherapien, die man besuchen kann. Ich will damit damit sagen, dass du heute wegen jedes Problems eine Therapie oder einen Kurs besuchen kannst. Um glücklich zu sein, braucht man keinen Psychologen. Ich lache täglich sehr viel . Manchmal sieht es so aus, als würde ich eine Person auslachen. Wenn diejenige Person das so empfindet, ist das jedoch nicht mein Problem. Oder? Heute ist es in der Regel so, dass man mit einer  "weiß ich Gott einer Gesichtsmiene" herumlaufen sollte.

Ich denke auf jeden Fall so. Früher habe ich auch viel weniger gelacht. Was hat es gebracht? Nichts. Man sollte über sich selbst lachen können. Das habe ich gelernt. Ich nehme mich selbst nicht so ernst (es gibt Ausnahmen). Ich versuche, es täglich so zu machen. Das Leben ist ernst genug. Wir lachen heute weniger als noch vor 20 Jahren. Kinder sind das beste Beispiel, wie man es tun sollte. Ein Kind lacht durchschnittlich 400-mal am Tag, ein Erwachsener gerade 15-mal. Dem muss man wohl nichts mehr hinzufügen. heißt, dass man in diesem Moment, wo man sich gerade befindet, achtsam ist. Das heißt, man sollte den Augen-Glücklich sein blick genießen, jetzt heute dieser Tag, diese Stunde.
 
Auch für mich ist es manchmal sehr schwer, dies durchzuführen. Wir haben von Kindheit an gelernt, uns Ziele zu setzen, auf Jahre vorauszuplanen. Im Grunde genommen ist das falsch. Aber bei unserem Wohlstand, Perfektionismus und unseren Qualitätsansprüchen können wir gar nicht so denken. Wir denken anders: "Wenn wir sitzen, dann stehen
wir schon, wenn wir laufen, dann sind wir schon am Ziel."
 
Man kann das noch weiter ausschmücken. Wenn wir essen, dann sind wir schon fertig. Ist es nicht so? Es sollte
so sein: "Wenn wir sitzen, dann sitzen wir, wenn wir stehen, dann stehen wir, wenn wir laufen, dann laufen wir und wenn wir essen, dann essen wir eben!" Du sagst ja auch nicht: "Wenn ich liebe, dann bin ich schon fertig."
 
Glücklich sein bedeutet für mich auch, dass ich mein Leben selbst bestimmen kann. Ich war schon mit 22 Jahren selbstständig. Natürlich wusste ich damals noch nicht, was es heißt, eine eigene Firma erfolgreich zu leiten. Da entstehen viele Probleme, die man als Angestellter gar nicht mitbekommt. Das kann frustrierend sein.
 
Man muss vieles neu lernen von A wie Auftrag einholen bis Z wie Zahlung. Ich konnte mich noch nie anpassen, das heißt zum Beispiel Befehle entgegennehmen, täglich den gleichen Rhythmus haben, eingesperrt in einem Büro oder Laden, keine Redefreiheit. Das gilt für mich, andere können da anders empfinden. Wenn du dich bei deiner Arbeit nicht wohl fühlst, dann kannst du sehr wahrscheinlich nicht glücklich sein. "Endlich Feierabend" - so oder ähnlich kann es tönen. Dann solltest du dich fragen: Was kann ich ändern? Gibt es eine Möglichkeit, den Arbeitsplatz zu wechseln oder sogar selbstständig zu werden? Leider sieht die Realität völlig anders aus. Viele Menschen beugen sich,
ruhig bleiben, keine Widerrede geben. Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, ist zu groß. Das kann einen auffressen, Selbstzweifel tauchen auf. Die Selbstachtung kann in den Keller fallen. Da sind wir bei einem ganz wichtigen Wort angekommen: Selbstachtung. Ich habe in meinem Leben viel falsch gemacht. Was ich aber bei meinen früheren Eskapaden nie verloren habe, das ist die Selbstachtung. Wenn man die eigene Selbstachtung, also sich selbst achten, ehren verliert, dann ist man am Leben, innerlich aber tot. Man verliert dann das eigene ICH. Wie meine ich das? Selbstachtung fängt am Morgen an, wenn man aufgestanden ist. Der Körper erwacht, die Atmung wird schneller, der Blutdruck steigt, unser Körper ist one by (eingeschaltet). Man geht zuerst in der Regel ins Badezimmer, macht sich ein wenig frisch, während eventuell schon der Kaffee durch die Kaffeemaschine läuft. Ich schaue in den
Spiegel. Ich sehe mein Gesicht, es ist noch nicht ganz wach, aber ich lächle, rede manchmal mit mir selbst, mache mir Mut. Selbstachtung heißt für mich den eigenen Körper zu pflegen. Das habe ich schon früh begriffen.
 
Ich konnte noch so tief unten sein, aber die äußere Erscheinung, das Auftreten, der Glaube an sich selbst, dass
man aus diesem Loch herauskommt, das war und ist wichtig, damit man die eigene Selbstachtung nicht verliert.
Selbstachtung ist auch Selbstsicherheit. Wenn man unsicher ist, dann ist man nicht sehr überzeugt von sich.
Ich meine nicht überheblich oder arrogant. Man sollte mit einer gewissen Demut auftreten. Die Erscheinung eines
Menschen ist entscheidend beim ersten Kontakt, den man hat. Das kann beim Verkaufen eines Produktes sein oder bei einer Mann/Frau-Annäherung, um sich kennen zu lernen. Ob man sympathisch erscheint, entscheidet sich in den ersten 20 Sekunden - entweder kommt man gut oder schlecht rüber. Man kann viel tun, um die Sympathie eines Mitmenschen zu gewinnen. Das macht auch glücklich. Man sollte sich aber zuerst selbst analysieren und eventuelle Mängel, die man an sich wahrnimmt, beheben. Wenn man eine gewisse Ausstrahlung verbreitet, zum Beispiel. Jemand betretet ein Restaurant. Plötzlich schauen fast alle Gäste auf den hereinkommenden Gast, das ist die Anziehungskraft des Betreffenden, die diese Situation ausmacht. Das Gehen, die Körperhaltung, ein sicheres Auftreten und natürlich ein gepflegtes Äußeres - das alles ist entscheidend, wie man bei anderen Menschen ankommt.
Auch die Partnerschaft zweier Menschen - sei es ein Ehe- oder ein Liebespaar - kann erfüllend sein. Da wir im 21. Jahrhundert leben und toleranter geworden sind, meine ich hier mit Partnerschaften natürlich auch bisexuelle Paare. Es existieren immer noch viele Vorurteile, die Kirche ist da nicht unschuldig, was bisexuelle Paare betrifft. Es gibt doch immer noch Personen, die meinen oder fest der Überzeugung sind, eine Frau/Frau- oder Mann/Mann-Beziehung sei
abnormal. Sie seien eben anders. Wie anders? Anders ist nur das Sexualverhalten, sonst nichts. In jedem von uns stecken im Innersten ein weiblicher und einen männlichenTeil. Nicht nur Frauen haben Östrogene (Hormone), auch die Männer produzieren, zwar nur in geringen Mengen, weibliche Östrogene. Umgekehrt produzieren die Frauen auch Testosterone (Hormone) wiederum auch nur in kleinen Mengen, aber es wird produziert. Glücklich sein heißt auch, dass man jede Person so akzeptiert, wie sie oder er ist. Das kann manchmal schwierig sein. Es gibt Leute, die sind einem unsympathisch. Ist dir das nicht auch schon so ergangen? Mir jedenfalls schon. Früher hatte ich mehr Probleme. Wenn ich zum Beispiel auf ein öffentliches Amt gehen musste, also zu Behörden, sei es nur, um eine Formalität zu erledigen, wurde ich vorher schon nervös. In mir baute sich schon eine gewisse Agressivität auf. Warum? Die  Vorurteile, die man gegenüber Behörden, Uniformierten hat, sind daran schuld, dass viele schon vorher eine gewisse Antipathie verspüren. Natürlich tragen die soeben Genannten auch einen Teil dazu bei, sei es, weil sie selbst Probleme haben und sie dann bei anderen kompensieren oder einfach ausgedrückt, es mangelt einem an Selbstbewusstsein. Das macht nicht glücklich. Darum habe ich mir schon vor vielen Jahren ein Rezept ausgedacht, wie ich diese Manie loswerden kann. Das geht so:
 
"Jede Person wird nackt geboren, ohne alles, und jede Person geht irgend einmal wieder nackt, ohne alles und wird zu Staub. Eine Person kann reich oder arm sein. Der Reiche fährt einen Bentley, der Arme einen VW. Der Reiche trägt teuren Schmuck, hat die teuersten Klamotten an, der Arme hat gerade mal einen einfachen Ring am Ringfinger und kauft seine Kleider bei C&A ein. Der Uniformierte, nehmen wir einen Polizisten, die Frau Doktorin, der Fabrikant, die berühmte Sängerin haben alle eines gemeinsam: Sie alle müssen aufs stille Örtchen."
 
Was will ich damit sagen? Der Mensch umgibt sich mit einer Hülle. Diese Hülle kann auf viele Menschen einen gewissen Eindruck hinterlassen. Seien es die Kleider, der Schmuck, das Ansehen, der Titel, die Stellung, die jemand hat, o. Ä. All das sind für mich persönlich nur Hüllen. Hinter dieser Hülle sind alle gleich. Man sollte schon jedem einen gewissen Respekt entgegenbringen, aber nicht so, wie es in der Praxis zum großen Teil gehandhabt wird. Für mich sind heute alle Menschen gleichwertig, ob ein König oder ein Bettler. Das macht mich glücklich.

© Copyright 2003 - 2005, Bernd Klein