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Die Prophezeiung, Anthropos

Exposè & Probekapitel

Roman von Markus Kotas

ca. 470 Manuskriptseiten

Exposé

Befragungen des Orakels, Weissagungen, Horoskope und Prophezeiungen haben seit jeher die Menschen fasziniert und in ihren Bann gezogen. Generationen von Gläubigen sahen sie als Botschaften mit kultischen oder moralischen Aspekten, um ihr Zusammenleben nach „göttlichem Willen“ zu gestalten. Für andere wiederum sind sie ein psychologisches Phänomen, bei dem Halluzination, Wunschdenken und Intuition ineinander wirken. Wie sieht mein Horoskop für die nächste Woche aus oder wie konnte Nostradamus die Katastrophe des 11. September 2001 vorhersagen? Welchen Stellenwert nehmen die Offenbarungen des Koran ein, die von Millionen Muselmanen täglich gebetet werden? Diese Fragen sind Zeugen und verdeutlichen die heutige Präsenz dieses Themas.

Wer von uns möchte nicht einmal einen kleinen Blick dessen erhaschen, was uns in der Zukunft erwartet. Gibt es Zufälle oder können wir vielleicht den Worten von Stephen Hawkings Glauben schenken, in denen er verdeutlicht, dass die Abermilliarden von Atomen, aus denen wir bestehen, nur Hologramme darstellen könnten, die von einer anderen Dimension in unsere vierdimensionale Raumzeit projiziert werden? Ist Zeit, seit Einstein, wirklich Illusion? Wenn unsere Zukunft schon existiert, wo würde dann der freie Wille des Menschen bestehen bleiben? Ist die Unschärferelation auch auf den Menschen anwendbar, ist sie, so zu sagen, ein Teil von uns? Je genauer wir glauben etwas zu erkennen, desto größer wird die Ungewissheit in Bezug auf das andere und wir begreifen, dass wir nur einen kleinen Bereich dessen erfassen, was uns umgibt und nur einen kleinen Teil dessen verstehen, was wir erkennen.

Diese und andere Fragen werden in dem Roman „Die Prophezeiung, ANTHROPOS“ behandelt und anhand der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts in einer fesselnden Story beschrieben.

Nach langanhaltenden Sonnenveränderungen muss die Menschheit 2033 unseren Planeten verlassen, um eine neue Heimat zu finden. Die Handlung geht Hand in Hand mit einer ominösen Prophezeiung, die das Ende unseres Planeten voraussagt und klare Richtlinien setzt, unter welchen Voraussetzungen ein bestimmter Anteil Auserwählter, der Erdbevölkerung, das Desaster überleben kann. Alle Zitate der Prophezeiung sind aus authentischen Evangelien entnommen und ergeben, ohne die Handlung zu dominieren, eine spannende und erschreckend genaue Übereinstimmung einer möglichen Zukunft.

„Ich werde Euch aussuchen, einen aus tausend und zwei aus zehntausend, und geeint werden sie stehen. Werdet Durchquerende!“ Zitat – Thomasevangelium.

Des weiteren werden Fakten erörtert, was wir unter „Mensch sein“ verstehen, wo Instinkt aufhört und ab wann unser Bewusstsein anfängt. Die Zukunftsängste unserer Jugend und die zeitweilige Blindheit der älteren Generation werden genauso beleuchtet oder philosophisch umschrieben, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, die uns in unser Computerzeitalter katapultierten.

„Die Prophezeiung, ANTHROPOS“ umfasst 34 Kapitel auf 434 Manuskriptseiten, bei denen es mir gelang, Spannung, Mystik, Erotik, Geisteswissenschaft, Vergangenheit, Realität und Zukunft mit dem Tod von sechs Milliarden Menschen harmonisch zu verbinden. Nachdem Sie meinen Roman gelesen haben, werden Sie mir beipflichten, dass das Wort „harmonisch“ an dieser Stelle das treffendste ist.

Seit 1995 besegle ich mit meinem Schiff Heldenberg die Weltmeere (siehe unter www.heldenberg.at) und konnte mittlerweile in über 44 Ländern Erfahrungen sammeln, unter welchen selbst auferlegten Kriterien verschiedene Kulturkreise leben, welche Prioritäten ihr Leben bestimmen und welchem manischen Drang sie alle erlegen sind, um das Ungewisse, also ihre eigene Zukunft, zu sichern.

Diese Erfahrungen sind in meinen Roman eingebunden.

Orte des Geschehens:

San Francisco, New York, Denver, North Carolina, Jerusalem, Victoriasee.

Hauptcharaktere:

Professor Jerry Morgan: Leiter des Institutes für Astrophysik in Colorado und angehender Präsidentenberater für Sonnenangelegenheiten.

Miss Cathrin Moor: Skrupellose Geschäftsfrau, die ihrem Spitznamen “Der schwarze Engel“ alle Ehre macht und sich mit den Jahren als „guter Engel“ entpuppt.

Jim: Lehrer in New York, der seinen Schülern die Themen Raumzeit, Atomstruktur und Quantenmechanik mit manchmal skurrilen philosophischen Ausführungen näher bringen will.

Sophi: aufgeweckte 19 jährige Studentin mit parapsychologischen Fähigkeiten. Mit 13 Jahren wurde sie von der Muse geküsst und redete von diesem Tage an so manchem ins Gewissen und fordert zum Nachdenken auf.

Pfarrer Willjems: Er bekommt zufällig eine Prophezeiung in die Hände gespielt und versucht diese über einen kleinen Radiosender zu verbreiten.

Nebencharaktere:

General Mason: Oberster Militärbefehlshaber mit brutalem Auftreten, zuständig für die nationale Sicherheit in Amerika.

Präsident: Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Alexander Norton: Präpotenter Moderator und Inhaber des Senders „Free Voice“

Barbara: Assistentin von Professor Morgan, mit ausgezeichneten Computerkenntnissen.

Peter und Susan: Angestellte und Informationsbeschaffer oder vielmehr „Hacker“ von Miss Cathrin.

Chris, Margit und Tom: Schüler von Jim.

Gliederung

  1. – 20. Kapitel: 2012, die ersten Sonnenveränderungen treten auf und als nach einer Prophezeiungskundgebung im Centralpark New York, eine Massenhysterie ausbricht, versucht die Regierung die Menschen zu beruhigen und viele Fakten werden totgeschwiegen.
  1. – 28. Kapitel: Die Zufälle häufen sich und Professor Morgan versucht, den Präsidenten über die Verschleierungstaktik des Generals aufzuklären, aber nach dem Rausschmiss aus dem Institiut für Astrophysik ist das kein leichtes Unterfangen. Miss Cathrin, der die Zufälle allmählich zu viel werden, begreift, dass man Geld nicht essen kann und unterstützt Professor Morgan, mit allen ihrer zur Verfügung stehenden Mitteln. Nachdem sich die ersten Klimaveränderungen bemerkbar machen, Hungersnöte und Epidemien ausbrechen, stürzen einige Länder in den wirtschaftlichen Ruin, andere wiederum versuchen ihre Machtposition zu stärken oder kapseln sich vollständig von der übrigen Welt ab.
  1. – 33. Kapitel: 2023 – 2033, ein Weltrat wird gegründet und man beschließt, sich nach den Weissagungen der Prophezeiung zu richten. Für 0,12 % der Erdbevölkerung wird ein Raumschiff gebaut, um eine neue Heimat zu finden. Aber nicht nur Menschen werden den Planeten verlassen, es steht auch eindeutig in der Prophezeiung geschrieben, dass ein jede Tiergattung welche am Menschwerden beteiligt war, mit „Respekt“ behandelt und mitgenommen werden muss. So entsteht eine “kleine Arche Noa“ die den Anthropos repräsentiert.
  1. Kapitel: Ein Ende mit verblüffendem Schluss und, wie könnte es anders sein, mit Happy-End.

Probekapitel

David schlug die Augen auf. Sein Mickymaus-Schlafanzug, war nass geschwitzt. Er hatte schon wieder diesen furchtbaren Alptraum gehabt. Menschenmassen die in Panik durcheinander liefen, eine gewaltige Explosion, Feuer - überall dieses schreckliche Feuer, Frauen die ihre verbrannten Babys mit lautem Klagegeschrei gegen den Himmel hoben, Hochhäuser, die von einer unsichtbaren Hand zerschmettert wurden und wie ein am Boden aufschlagender Mehlsack auseinander platzten. Er setzte sich auf und atmete einmal tief durch. So realistisch wie heute hatte er noch nie geträumt.

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Nicht weit von der Mauer, unter einem steinernen Torbogen, stand eine kleine Anzahl schwarz gekleideter Männer mit langen Koteletten und runden Kopfbedeckungen, die man, beim flüchtigen Hinsehen, für einen schwarzer Fleck Tinte, auf dem bunten Aquarell halten könnte, das sich vor einem auftat. Sie waren ins Gespräch vertieft und ihre konzentriert wirkenden Gesichter ließen keinen Zweifel offen, über die Ernsthaftigkeit ihres Themas. Die Idylle wurde nur ab und zu durch eine mit Staub gefüllte Fallböe gestört, die sich über die Mauer stürzte und mit der Menge verschmolz.

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Komisch, dachte er, irgendwie stimmen die Farben heute nicht. „Wahrscheinlich haben wir wieder einmal den Smog von Denver abbekommen,“ sagte er laut zu Edith, die sich neben ihn gestellt hatte. Das war auch sicher der Grund, warum mir Merkur vorhin hell vorkam, dachte er noch und konzentrierte sich dann auf die Horizontlinie die immer heller, aber auch immer grüner wurde. Ja es schien ihm, als bilde sich eine grüne, wie Wasser glitzernde Fläche, wie man sie oft bei Luftspiegelungen oder bei einem Greenflash beobachten konnte, nur in einem intensiven Neongrün. Die Mitte der Fläche wurde jetzt dunkelgrün und plötzlich durchbrach die Sonne den Horizont. „Da ist sie ja endlich.“ sagte Edith ungeduldig. „Können wir jetzt weiter fahren?“ Jerry brachte keinen Ton heraus. Er vergaß zu kauen und starrte mit offenem Mund in das Objektiv. Er spürte, wie sein Blut in den Ohren zu pochen begann und eine Stoßwelle des Unbehagens trieb ihm den Schweiß aus allen Poren. Es war das gleiche Gefühl, das er schon einmal, vor langer Zeit, in seiner Studienzeit vor versammelter Prüfungskommission hatte, als man ihn aufforderte, über die Euklidische Geometrie zu sprechen und er ein komplettes Black-Out hatte. Aber das war lange her und wenn nicht er, wer sonst konnte von sich behaupten, die Sonne samt ihres Aufbaus und Einflusses auf unser Planetensystem zu kennen, doch was er jetzt sah, war nicht seine gewohnte Sonne. Sie war irgendwie deformiert. Am Pol, der sich gerade langsam über den Horizont erhob, war ein dunkler verwaschener Fleck zu sehen, der am oberen Sonnenrand in einem gleißend grünen, feinen Strich endete.

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Denn wenn Licht eine Erscheinungsform von Materie ist und mit der Zeit eine Einheit bildet und untrennbar mit der Dunkelheit verknüpft ist, muss natürlich Dunkelheit auch eine Ausdrucksform von Materie sein. Ein sozusagen ausgewogenes Zusammenspiel, bei dem es kein zuviel oder zuwenig, kein dort gut und dort schlecht gibt, sondern nur eine, allumfassende Einheit aus Harmonie.“ Er stand auf und setzte sich auf Toms Tisch. „Und Ihr werdet es nicht glauben“, sagte er jetzt leise und führte eine Hand zum Ohr, „aber diese Kraft von Dunkelheit kann man sogar hören!“ er schloss die Augen und lauschte. “Ihr müsst euch nur darauf konzentrieren!“ „Ich..., ich höre nur das Trommeln von Tom“, unterbrach Margit das Schweigen. „Ja genau, konzentriere dich, lasse den Takt auf dich einwirken. Lenke deine Aufmerksamkeit auf die Stellen, an denen du nichts hörst. Von dem einem Klack, zu dem darauf folgenden Klick.“ Das rhythmische Klopfen durchdrang den in Neonlicht eingehüllten Raum. „Konzentriert euch auf die Pausen. Auf diese wunderbaren Pausen.“ Alle Schüler hatten die Augen geschlossen. „Was wäre dieser fantastische Rhythmus, hätte er keine Pausen?“ flüsterte er und seine Worte schienen mit Toms klopfen zu verschmelzen und im Raum widerzuhallen.

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„Damals konnten wir auch noch nicht die Polarität der Wolke bestimmen“, versuchte sich Jerry zu rechtfertigen, „außerdem war das eine ganz andere Geschichte!“ „Das ist den Betreibern aber völlig egal! Die sehen doch nur die Tausende von Dollar die ihnen bei einer Satellitenabschaltung entstehen.“ „Ich möchte ja nur, dass Sie eine Warnung für erhöhte Aufmerksamkeit herausgeben und keine Abschaltwarnung. In Japan mussten schon einige Satelliten daran glauben, und wir wussten nicht einmal etwas davon! Soviel zu unserer Glaubwürdigkeit, Barbara!“ „In..., in Japan?“, fragte Barbara erstaunt. „Ja, Professor Donaldson erzählte es mir soeben am Telefon. Die Plasmawolke war in dreieinhalb Stunden bei uns! Dreieinhalb Stunden, können Sie sich das vorstellen!?“

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„Die Drei müssen Sie wissen, ist eine heilige Zahl“, begann Willjems zu erzählen. „Nicht nur für uns Christen, bei denen die Drei, für Vater, Sohn und Heiliger Geist steht, sondern die Drei ist auch im Buddhismus vertreten, wo sie die drei Wurzeln des Glaubens verkörpert. In China heißen sie Yin, Yang und Chi und sogar unsere Wissenschaftler haben sie als Elektron, Neutron und Proton in allem was besteht, erkannt.“ Sie verließen die Kirche durch den Ministranteneingang und gingen in ein kleines zweistöckiges danebenliegendes Ziegelgebäude. „Sogar die Oktaven unserer Musik, müssen sie wissen, sind von der Zahl Drei bestimmt“, sagte Willjems, als er eine Tür im Untergeschoss aufschloss. Cathrin betrat einen schlicht eingerichteten, düster wirkenden Raum. Pfarrer Willjems zog die Vorhänge auseinander, aber nur spärliches Licht drang durch die kleinen Fenster.

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„Das..., das verstehe ich nicht“, sagte Cathrin und ging zum Pfarrer hinüber, „woraus schließen Sie denn, dass sich die Prophezeiung auf die jetzige Zeit bezieht?“ „Weil im ersten Kapitel eindeutig geschrieben steht, also eindeutig ist vielleicht ein bisschen übertrieben, denn diese Passage hat mir eine der größten Übersetzungsschwierigkeiten bereitet, aber es steht: Wenn das Kriegszeichen, im Land der Feindseeligkeit, unscheinbar kreisend inne hält um abzuwiegen und sich entschließt, in drei aufeinanderfolgenden Tagen, drei Kreise zu ziehen um am 33,3 Winkel rückwärts zu wandern, nur um das Zentrum zu streifen, so werden zwei Spiegel durch Hass zerbersten und die Erde wird erzittern. So seid gewiss, der neue Anfang ist verkündet.“ „Und..., und was bedeutet das?“ fragte Cathrin erstaunt. „Ja, meine Liebe, das habe ich mich auch gefragt. Also habe ich mir sämtliche Kriegszeichen, die ich finden konnte, herausgesucht und bin auf unseren Planeten Mars gestoßen. In damaliger Zeit wurde er oft als Kriegszeichen, Kriegsstern oder Kriegsgott bezeichnet. Ich erkundigte mich weiter, also ich fragte bei unseren Astronomen im Vatikan nach und die fanden heraus, dass unser Zentrum, also ich meine das Zentrum von unserer Galaxis, sich beim Sternbild Schütze befindet und dass der Mars manchmal genau dieses Zentrum streift.“ „Aber ein Planet kann doch nicht so einfach stehen bleiben, auch nicht unscheinbar“, meinte Cathrin belustigt, „dann drei Kreise ziehen, nur um sich umzudrehen und rückwärts zu wandern!“ „Das ist richtig, meine liebe Susan“, erklärte Willjems weiter, „aber er hat es doch getan!“ Cathrin musste schlucken. „Mars kreist nämlich erst nach der Erde um die Sonne und im Juli vor fünf Jahren, sieht es von Afghanistan so aus, als bliebe er stehen, also um abzuwiegen, zieht dann drei Kreise und genau am 33,3 Positionswinkel, beginnt er rückwärts zu wandern um genau am 11. September“, Cathrin blickte ihn erschrocken an, „unser Zentrum zu streifen.“ Cathrin blieb der Mund offen stehen. „Sie..., Sie meinen an diesem speziellem 11. September?“ fragte sie zögernd. „Ja genau, mein liebes Kind, genau an diesem Tag. So werden zwei Spiegel durch Hass zerbersten und die Erde wird erzittern.“ Pfarrer Willjems blickte sie traurig an. „So seid gewiss, der neue Anfang ist verkündet.“

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„Da wüsste ich einen guten Schachzug für Sie, Herr General. Warum schicken Sie nicht alle unsere Atomraketen und von denen haben Sie ja genügend in der Vergangenheit gesammelt, einfach Richtung Sonne und <Bumm!>“, lachte Jerry, „weg ist Ihr Feind! Und Kosten haben Sie auch noch gespart! Denn ansonsten hätten Sie die Raketen teuer verschrotten müssen.“ „Sie können sich Ihre dummen Sprüche sparen, Herr Professor!“ fauchte der General zurück. „Von denen hatte ich schon letztes Mal genug. Wenn Sie sich noch einmal, so..., so eine Vorgehensweise wie beim ACE Projekt leisten, dann....“, er schien die Fassung zu verlieren. „Das werde ich diesmal nicht zulassen! Haben Sie verstanden! Ich werde wie Ihr eigener Schatten sein. Ich werde das Wasser sein, das Sie trinken, ich werde die Luft sein, die Sie atmen und wenn Sie auch nur einen Furz lassen, werde ich es erfahren. Das können Sie mir glauben!“ „Wollen Sie dann vielleicht auch mein Scheißpapier sein?“ fragte Jerry amüsiert. „Mich würde interessieren, wie die Öffentlichkeit darüber denkt, wenn sie erfährt, dass unsere Steuergelder an einen schizophrenen General vergeudet werden, der von sich behauptet, sich in die verschiedensten Aggregatzustände verwandeln zu können und der anscheinend Körpergas - Fetischist ist.“

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Jerry schlug vor Wut mit beiden Händen auf die Hupe. Nein, leider nicht einmal das können wir, Mr. Präsident. Denn alle Satelliten werden in absehbarer Zukunft durch die Sonnenstürme, die auf die Erde niederprasseln, zerstört werden und bald können wir unsere vertrauten Handys wieder gegen den guten alten Wandapparat eintauschen. Ihre neue Wahlkampagne, Mr. Präsident, würde ich an Ihrer Stelle auch abblasen. Denn unsere Atmosphäre wird schon langsam durch das Teilchenbombardement der Sonnenausbrüche geschwächt und Radiohören oder Fernsehen wird unmöglich werden. Aber machen Sie sich keine Sorgen, Mr. Präsident, die Menschen werden dann andere Sorgen haben, als Ihre Wahlkampagne zu verfolgen. Denn die Polkappen werden zu schmelzen beginnen und der Meeresspiegel wird sich um mindestens 55m anheben. Ja, Mr. Präsident, 55m! Fast alle großen Städte werden von der Landkarte verschwinden und am Südpol wird das gleiche Klima herrschen wie in Arizona. Also, für einen Sommersitz, wenn Sie ein Tipp von mir wollen, Mr. Präsident, wäre das dann der richtige Ort. Aber leider, ich möchte Sie nicht enttäuschen, Mr. Präsident, aber lange können Sie sich dort auch nicht aufhalten. Nicht wegen des Ozonlochs, nein, das hat sich schon längst um die gesamte Erde gemantelt, sondern wegen der Meere! Sie werden bald zu kochen und zu verdampfen beginnen und dann, Mr. Präsident, ja, dann wäre es nicht schlecht, wenn Sie, aber noch bevor sich die Steine, Felsen und Berge in glühende Lava verwandeln, in Ihr privates Raumschiff steigen und die Erde verlassen würden. Wohin fragen Sie mich? Ich würde Ihnen empfehlen, Mr. Präsident, sich mindestens bis zur Jupiterbahn zurückzuziehen. Oh! Sie haben kein Raumschiff? Das ist aber jammerschade für Sie, Mr. Präsident!

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„Hallo, Cathrin! Hallo, ich bin auch noch da.“ Peter schnippte vor ihrem Gesicht mit den Fingern. Sie war mit ihren Gedanken weit weg gewesen. „Du meinst also, die Kirche steckt nicht dahinter und der Pfarrer ist der Einzige der an diese Prophezeiung glaubt?“ grübelte sie. „Sie werden ihn bald vor die Tür setzen, du wirst schon sehen. Andererseits, wenn wirklich die Kirche dahinter steckt...“, Peter hielt nachdenklich inne. Die Kirchen wären wieder gefüllt, es käme eine Menge Geld herein und nach 21 Jahren, würden sie sicher besser oder gefüllter dastehen als heute! Er versank in seine Gedanken. Ja, und ganz zu schweigen von den Oberschreiern der anderen Glaubensgemeinschaften, die ihnen sehr viele Schäfchen wegnahmen. Durch die Prophezeiung könnte die Kirche wahrscheinlich sogar die Abtrünnigen, ja, vielleicht sogar auch die desinteressierte Jugend zurückgewinnen und dann hätten sie wieder die Oberhand! Wäre eigentlich gar kein so schlechter Plan! Wie steht es auf einer jeder Dollarnote, >In God We Trust<? „Hallo! Ich bin auch noch da.“ Cathrin schnippte ebenfalls mit den Fingern vor seinem Gesicht.

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  • .. „Es existierte einmal vor langer, langer Zeit ein Königswesen“, begann er dann mit leiser Stimme und blickte in die Runde, „noch lange bevor es die Zeit oder den Menschen gab und noch lange bevor unser Universum entstand. Es lebte aber so unendlich weit von uns entfernt, dass es sogar außerhalb unseres Vorstellungsbereiches liegt.
Es war ein fantastisches Königreich mit mehr Schönheit und Weisheit, als wir uns je erträumen können. Und dieses Wesen füllte alles mit seiner Liebe aus und war in allem enthalten, denn es war alles. Es hielt das Gleichgewicht in sich selbst mit göttlicher Harmonie und zu allem was existiert und von ihm erschaffen wurde. Das Gefühl der Liebe war aber so stark für dieses Wesen, dass es beschloss, sich zu teilen. Denn wenn es sich teilte, dann könne es auch etwas anderes lieben, außer sich selbst; es war ja alles oder auf unser Vorstellungsvermögen bezogen, verkörperte es ja alles was existiert... Und eines Augenblickes, teilte sich das Wesen in zwei gleiche, absolut identische Hälften. Die so entstandenen neuen Gefühle oder es waren eigentlich keine neuen Gefühle, sondern Erkenntnisse altvertrauter Gefühle, waren so überwältigend für diese zwei Wesen, dass sie sich gegenseitig in einem fort umschmiegten, berührten und verwöhnten. Sie spielten zusammen wie Blätter mit dem Wind spielen, sie umhüllten sich, wie sich Sterne mit dem dunklen Universum umhüllen oder ein Wassertropfen mit dem schier unendlichen Ozean. Aber diese neuen Gefühle bargen auch die Einsamkeit in sich, denn als das Königswesen nämlich noch in sich war, hatte es ja auch schon die Einsamkeit in sich. Jedoch, als die Liebe wuchs, wuchs auch die Einsamkeit und obwohl sie sich so eng wie möglich aneinander schmiegten, waren sie doch von einander getrennt. Deswegen beschlossen sie, sich wieder zu einem dritten, alles umfassenden Wesen zu vereinen. Zu einem Wesen, in dem alles mit Harmonie verbunden war, was existiert hat, existieren wird und existiert. Und wieder, eines Augenblickes teilten und verbanden sie sich. Jetzt waren sie zufrieden und fielen zusammen in einen wunderschönen Traum von Einigkeit, Harmonie und Liebe und ihre Traumgedanken, die daraus entstanden, nannten sie die Elektronen, Protonen und Neutronen. Als sie wieder aufwachten, ihr müsst euch vorstellen, wenn Königswesen träumen, ist das etwas anderes, als ob wir träumen. Ihre Träume waren nämlich so stark und hatten eine solche Kraft, dass sich manche ihrer Gedanken selbstständig machten und eigene, selbstdenkende Wesen wurden.“ Jim legte eine kleine Pause ein und blickte auf seine Armbanduhr.
„Aber durch den Umstand, dass die Zeit noch nicht existierte, wurde es diesen Traumwesen, ohne dieser Zeit langweilig, sie wurden ungeduldig und Unzufriedenheit entstand. Ja, es wurde ihnen langweilig, in diesen fantastischen, unendlichen, unvorstellbaren Weiten der Träume der Königswesen, mit all seiner Reinheit, Vielfalt, Schönheit und Harmonie, herum zu wandern ohne aber, selbst etwas erschaffen zu können. Denn alles was benötigt wurde, war ja bereits schon vorhanden und das noch dazu, in königlich perfekter Manier an dem es nichts zu verbessern gab. Anders ausgedrückt,“ Jim blickte kurz zu Chris, „sie wollten sich selbst einfach nur verwirklichen. Sie wollten, trotz ihrer Unwissenheit, ihren eigenen freien Willen besitzen, mit all den daraus resultierenden Konsequenzen! Und deswegen beschlossen sie, eines Augenblickes, zusammen zu träumen um sich zu vereinigen, denn sie wollten genau so wie ihre Schöpfer mit einander enger verbunden sein. Sie hatten ja alle den Urliebe-Gedanken in sich mitbekommen, nur entwickelten sich die Wesen eben unterschiedlich, waren aber alle vom gleichen Stammbaum. Und so fielen sie zusammen in einen angenehmen tiefen Schlaf und erträumten die Zeit.“
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„Ja genau, Bombendrohung!“ unterbrach ihn Alex schroff. „Tun Sie nicht so scheinheilig, Herr Pfarrer! Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie nichts von den drei Toten in New York gehört haben! Diese Vorfälle ziehen natürlich Gewalt an. Das ist doch ganz klar! Oder stellen Sie sich vor, wenn einer dieser Fanatiker einmal wirklich ernst macht und <Knall> Free Voice ist nur mehr ein Trümmerhaufen! Was ist dann, Herr Pfarrer? Wer muss das dann wieder ausbaden? Natürlich auch ich.. Also kurz gesagt, Herr Pfarrer, ich brauche eine Rückversicherung von Ihnen.“ Willjems blickte ihn verdutzt an. „Eine..., eine Rückversicherung?“ „Ja genau, eine Absicherung. Denn was würde passiern, wenn Sie es sich morgen auf einmal anders überlegen, weil, entschuldigen Sie bitte meinen Ausdruck, Herr Pfarrer, weil Sie sich in die Hose, ich meine in die Soutane scheißen und Ihre Prophezeiung zurückziehen. Oder Ihnen könnte ja auch etwas passieren. Irgendein Briefbombenattentäter sprengt Sie einfach in die Luft?“ Willjems sah ihn erschrocken an. „Bumm, und aus ist’s! Was passiert dann? Sie können sich getrost bei Ihren Engeln, auf einer Wolke, mit der Harfe vergnügen, aber ich, Herr Pfarrer, ja, ich bleibe weiterhin in Teufels Küche, denn die ganzen kleinen Versicherungen und Anwälte wollen dann meinen Kopf, nicht Ihren. So schaut’s aus, Herr Pfarrer!

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Und am Ende stehst du mit deinem Sohn und deinem mühsam, durch Burger umdrehen, verdienten spärlichen Gehalt, vor dieser Vielfalt und er sagt: >Mami! Ich will das haben und ich will das haben. Meine Freunde haben das auch alle.< Und weil es alle haben, kaufst du es ihm und er läuft dann laut schreiend, > Bäng, bäng! Du bist jetzt tot!< mit einer Spielzeugpistole durch den Supermarkt.“ Sie schüttelte den Kopf. „Kannst du verstehen warum wir unseren Kindern Spielzeugwaffen kaufen?“ Jerry schwieg nachdenklich. „Ja, und weil dann fast nichts mehr übrig geblieben ist von deinem Geld, greifst du automatisch zum Billigsten was angeboten wird und zum Schluss ernährst du dich nur noch von aufgemästeten, genmanipulierten, tiefgefrorenen und niemals im Sonnenlicht gewesenen Hühnerfüßen. Weil sie billig sind, denn was wir uns hineinstopfen, ist uns ja auch schon egal geworden. Hauptsache es schaut schön aus und wir müssen nicht mit ansehen, wie die lieben Muhs und Kikerikis ihr ganzes Dasein im Zwinger verbringen und nicht einmal wissen, dass es so etwas wie Sonnenlicht überhaupt gibt!“ Sopfi stampfte energisch mit den Füßen auf den Boden. „Komm, beruhige dich wieder“, wollte sie Jerry besänftigen doch sie war irgendwie nicht zu bremsen.. „Ja und dann, wie schon gesagt, bist du schon beinahe in diesem Kreislauf gefangen. Meine Mutter sagte einmal zu mir, >Du undankbarer Fratz. Anstatt dass du dankbar bist, dass wir dich gezeugt haben, bist du immer nur unzufrieden

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„Ja, wie heißt es so schön, Gott atmet in den Pflanzen. Und die Pflanzen ernähren sich vom Sonnenlicht. In den Tieren träumt Gott. Also sind sie eine Schöpfung Gottes und sie töten sich gegenseitig, um zu essen. Um durchs Essen zu überleben. Doch dann kam der Mensch und in Jesus wurde sogar der Mensch zum Gott. Ja, denn es heißt >und im Menschen erwachte Gott<. Also müsste ja eigentlich von der Evolution aus betrachtet, nach der Pflanze das Tier und nach dem Menschen Gott kommen.“ Sie sah ihn an. „Du kennst doch sicher die Suche nach dem >Missing Link<?“ „Du meinst den Übergang vom Affen zum Menschen, den Affenmenschen?“ „Genau, den meine ich, du bist gut“, grinste Sophi. „Die Wissenschaft wird noch lange die Fossilien des Affenmenschen suchen können. Sie hat anscheinend noch nicht erkannt, dass es, bis auf Jesus und ein paar andere, noch nicht so viele Menschen auf der Erde gegeben hat! Und, dass wir dieser Missing Link sind, wir selbst! Wir sind noch halb Tier und halb Mensch. Ich sage dir, so betrachtet gibt es gar keinen Missing Link. Wir zerfleischen uns wie Tiere, aber nicht um des Essens Willen und bezeichnen das dann, als Willen Gottes oder menschliches Verhalten. Beides ist falsch! Gott sagt, töte nicht und menschliches Verhalten? Ich kenne Tiere, die mehr Harmonie besitzen, als so mancher Mensch.

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Sie nahmen den kleinen Treppenaufgang, der nur selten benutzt wurde und zu einem kleinen Flachdach des Institutes führte. „Schauen Sie sich das an!“ rief Barbara bestürzt, als sie die Tür aufschloss und wie versteinert stehen blieb als sich das Firmament vor ihr auftat. Jerry musste sie bei Seite stupsen, um an ihr vorbei zu kommen. Ihm ging es aber auch nicht anders. Unbewusst hielt er den Atem an. „Das..., das muss das jüngste Gericht sein, Amagedon“, flüsterte Barbara. Der gesamte Himmel schien zu pulsieren oder vielmehr, wie ein übergehender Suppentopf zu brodeln. Gigantische Bänder und Bögen rasten mit unglaublicher Geschwindigkeit über den hellerleuchteten, in allen Farben schimmernden, Nachthimmel. „Glauben..., glauben Sie, hält das unsere Atmosphäre noch lange durch?“ stotterte Barbara noch, dann verstummte auch sie. Jerry verlor jegliches Zeitgefühl und blickte nur, mit offenem Mund, auf das bedrohlich wirkende Farbenspiel. Er wusste nicht wie lange er so dastand, als ihn plötzlich, in einer seiner Plomben, ein unangenehmes Ziehen oder es war vielmehr ein Kribbeln, aus seinen Gedanken aufweckte.

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Ambulanzen, Feuerwehr, Schwertransporter, ja eigentlich alle Fahrzeuge, bei denen viel Steuerungselektronik eingebaut war, blieben einfach mitten auf der Fahrbahn stehen und das gesamte öffentliche Verkehrsystem brach zusammen. Keine Busse, keine U-Bahn oder Schnellbahn war mehr im Einsatz und die Menschen mussten zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren. Nach ein paar schrecklichen Flugzeugkatastrophen, wurde auch der Flugverkehr teilweise eingestellt. Alle Maschinen mussten einer Generalüberholung unterzogen werden und fliegen wurde zum Geduldsspiel, aber in Zeiten wie diesen, wollte sowieso niemand wirklich verreisen und die meisten Geschäftsreisen wurden storniert. Viele Arbeitnehmer blieben, ob verunsichert oder frustriert, konnte man nicht genau feststellen, einfach zu Hause und so mancher Betrieb wurden vorübergehend geschlossen. Es war ein sonderbarer, man könnte sogar ein friedlicher Anblick dazu sagen, der sich einem, in fast einer jeder Großstadt bot, wenn man durch die Häuserschluchten wanderte. Autoschlangen füllten, wie im größten Stau aller Zeiten die Straßen, aber es war kein Motorgeräusch, kein Gehupe zu hören und die Luft war ungewöhnlich sauber. Man fühlte sich irgendwie nach China versetzt, wo das Fahrrad als Fortbewegungsmittel Nummer Eins zählt.

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Wir müssten nur eine interne, also ich meine, eine nicht der Öffentlichkeit bekannte Nachrichtensperre einhalten und nur mit den Medienkonzernen kooperieren, die genauso wie wir davon überzeugt sind, dass Panik keinem etwas nützt. Stellen Sie sich bitte nur einmal vor, wir überstehen die nächsten, sagen wir angenommen, die nächsten drei Jahre mit Bravour und die Sonne normalisiert sich wieder; was ja auch die Meinung der meisten Wissenschaftler ist“, fügte er noch mit einem von sich selbst überzeugten Ton hinzu, „und unsere Korn, Mais und Reiskammern, Mr. Präsident, sind brechend voll und drei Jahre überstehen wir den Engpass mit Leichtigkeit! Wissen Sie was das bedeuten könnte?“ Seine Augen funkelten voller Begeisterung. „Alle anderen Nationen, die nicht so stark waren wie wir oder dem Geblöke einiger Narren Glauben schenkten, wären dann von uns abhängig!“ er rieb sich seine Hände und konnte einen heiteren Lacher nicht unterdrücken. „Ja, wir wären die unumstrittene Nummer Eins! Nein mehr noch sogar, Mr. Präsident! Wir könnten sogar die ganze Welt zu Amerika machen!“ Seine Stimme steigerte sich zur Euphorie. „Nur drei Jahre, Mr. Präsident! Drei Jahre, die alles entscheiden könnten!“ Nur drei Jahre, dachte der Präsident fasziniert. Wenn sich die Sonne wirklich in drei Jahren wieder beruhigt, könnten wir durchaus die unumstrittene Führungsnation sein. Genügend Erdöl, genügend Arbeitsplätze, ja, wir könnten sogar vielleicht wirklich neue Kolonien gründen oder requirieren. Er musste schmunzeln. Japan, der 51. Stern in unserer Flagge! Und dann vielleicht noch....? Ein hämisches Lächeln legte sich über sein Gesicht.

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„Ich..., ich kann Sie zwar nicht hören“, er musste husten und eine Mischung aus Blut und Schleim verteilte sich auf seine Oberschenkel, “aber..., aber ich weiß, wer Sie sind!“ Jerry sah ihn kurz verwundert an. „Darf ich meine Finger auf Ihren Kehlkopf legen, dann..., dann kann ich spüren, was Sie sagen“, krächzte er. Jerry war der Gedanke nicht geheuer, sich von einem unbekannten tätowierten, nicht gerade freundlich aussehenden, blinden Mann, noch dazu beim Autofahren, an die Kehle fassen zu lassen. „Ich..., ich würde gerne Ihre Stimme fühlen.“ Jerry wurde nervös. „Ich spüre an Ihrer Hand, dass Sie nervös sind. Aber..., aber das brauchen Sie nicht. Ich bin nur ein alter, blinder und tauber Narr, der keinem etwas zu leide tut.“ Jerry fasste sich ein Herz und führte vorsichtig dessen Hand zu seinem Hals. Der Blinde streckte die Finger aus und tastete sich zu seinem Gesicht hinauf. Mit einer schnellen, aber sanften Bewegung, strich er ihm mit seinen Fingern über sein Antlitz. „Du bist ein schöner Mensch“, sagte er dann und legte den Zeigefinger auf Jerrys Kehlkopf. Jerry musste sich konzentrieren um ruhig zu sprechen und nicht zu japsen. „Sie..., Sie haben einen Unfall gehabt“, sagte er dann langsam, „Ein Betrunkener hat Sie verprügelt.“ „Das war kein Betrunkener, mein Freund, das war ein Blinder.“ Jerry schaute ihn erstaunt an. Er glaubte sogar ein leichtes Lächeln in den entstellten Gesichtszügen des Blinden zu erkennen. „Dein..., dein Erstaunen überrascht mich“, er musste wieder husten. „Ich..., ich habe dich gespürt, als ich das Lokal betrat. Du hast eine starke Anziehungskraft. Weißt du das?“ Jerry kannte sich jetzt überhaupt nicht mehr aus. „Wer..., wer sind Sie? Kennen wir uns?“ fragte er zögernd mit einem erneutem Seitenblick. „Natürlich kennen wir uns. Ich bin der, der zufällig zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Denn Zeit, mein Lieber, ist in der Unendlichkeit nur eine Möglichkeit von vielen.“ Jetzt redet er verrücktes Zeug, dachte Jerry entgeistert. Ich glaube, der Aufprall gegen die Wand hat ihm nicht gut getan. „Nein, Jerry, ich bin nicht verrückt.“ Jerry zuckte zusammen. „ Ich..., ich bin zwar blind, aber nicht so blind wie die meisten Menschen. Und ich bin zwar taub, aber nicht so taub wie die meisten Menschen. Denn erst, wenn ein Blinder einen anderen Blinden führt, werden beide in die Grube fallen und jetzt hör mir bitte genau zu, was ich dir zu sagen habe! Es ist wichtig und ich habe lange auf dich gewartet.“ Jerry blickte ihn versteinert an und ging vom Gas herunter. Er fühlte wieder dieses sonderbare Gefühl in seiner Magengegend aufsteigen. „Ihr habt keine Zeit mehr zur Verfügung. Verstehst du? Die Sanduhr wird nicht von neuem gefüllt werden.“ Der Blinde beugte sich ganz nahe an Jerry heran. Sein Atem stank faulig und Jerry spürte den Druck von seinen kalten Finger an seinem Kehlkopf stärker werden. Er traute sich nicht einmal zu schlucken und hatte den Mund offen.

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Die hellen Töne von Toms Rhythmus schienen an den Wänden widerzuhallen und man konnte nur die Konturen der Gesichter erkennen, in denen zwei glitzernde Punkte strahlten. Es war die Erdkugel, die sich in ihren Augen widerspiegelte. „Das..., das geht nicht!“ unterbrach Chris die Stille. „Ich..., ich kann ihn nicht festhalten.“ „Richtig, Chris, und wir kommen darauf, dass wir das nicht können. Wir würden immer nur den Gedanken eines Gedanken erfassen, weil...“, er blickte in die Runde, bekam aber keinerlei Antwort, „weil Gedanken mit der Zeit fließen. Und die Zeit, wie wir ja alle wissen, kann man nicht einfach anhalten, um den einen Urgedanken noch einmal neu zu überdenken. Wir könnten somit vielleicht sagen, Gefühle sind wie die Struktur eines Wasserfalls. Wir erkennen zwar klar, wenn wir ihn sehen, das ist ein Wasserfall! Wir sehen aber nicht, wie Abermillionen von Wassertropfengedanken herabstürzen und die Struktur eines Wasserfalls bilden.“ Er legte eine kleine Atempause ein. „Vielleicht hilft uns das weiter. Vielleicht, wenn wir die Struktur der Gefühle genauer betrachten, können wir uns dem einen Gedanken etwas nähern. Welche Gefühle gibt es?“ er zog die Augenbrauen in die Höhe.

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Ein großer Mann hat es vor vielen, vielen Jahren einmal so ausgedrückt. Nämlich, dass Sitten, Meinungen, Begierden, Lüste, Schmerzen, Ängste, also global alle Gefühle die du hast, nie die gleichen bleiben. Sogar Erkenntnisse verändern sich, verschwinden, entstehen von neuem und haben sich verändert. Und wenn wir denken, hat dieser Mann gesagt, entweicht Erkenntnis und wird wie in Paketen, bestehend aus Gedanken, in den Raum abgegeben. Aber das Fantastische dabei ist, dass ein unscheinbarer Teil dieser Erkenntnis, der beim Denken entweicht, über der Zeit steht und sich nicht verändert. Ja, Ihr habt richtig gehört, es gibt eine Energie, die mit einem jedem von uns verbunden ist, die wir sozusagen in uns tragen und der die Zeit nichts anhaben kann.“ Jims Stimme wurde leiser, ja fast ehrfurchtsvoll und auf einmal war es so, als klang auch Toms Schlagzeug noch gefühlsvoller, noch weicher als zuvor. „Und diese Kraft, die ich hier meine, ist die Urliebe oder auch Weisheit genannt und hilft dir dein Bewusstsein zu formen.“ Es herrschte Schweigen. Alle Schüler schauten Jim aufmerksam an. „Und ein jedes Nachdenken bildet eine neue Erinnerung und wieder eine neue Erkenntnis, nur alle diese Erkenntnisse, ob abgegeben oder neu entstanden, beinhalten diese Urliebe, die uns wie ein kosmisches Gesetz zu umhüllen scheint. Und wird dein Bewusstsein größer und die Urliebe fühlt sich wohl in dir und findet Nächstenliebe, Verständnis und Toleranz, im richtigen Maß und Ziel, dann blüht es auf in dir und Zufriedenheit entsteht. Künste können aus dem Boden schießen, musikalische Meisterwerke können entstehen und Harmonie breitet sich aus, denn dein Bewusstsein lebt in deinen Gedanken und weil es alles beinhaltet, sowohl Schmerz als auch Lust, sucht es sich einen Mittelweg aus und dein Wille oder anders ausgedrückt dein Nachdenken, deine Weisheit entscheidet, ob du Hass oder Liebe suchst, Unzufriedenheit oder Zufriedenheit, Misstrauen oder Verständnis, denn es ist nämlich nicht die Weisheit die zu Hass, Rache oder Misstrauen verleitet, sondern es ist der Instinkt! Und erst dann, wenn sich Harmonie in dir ausbreitet, ja, leider erst dann, läst sich die Urliebe ganz in dir nieder und du wirst zum Menschen und nimmst deine Seele wahr, wie einen Teil von dir und erst dann, unterscheidest du dich vom Tier.“

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Die Teilchen aus denen Ihr besteht, wurden nur für euch geschaffen und ohne das Wunder Zeit, seid Ihr im Grund nur Gedanken. Nur bedenke, schönes Kind, Zeit bleibt euch nicht mehr viel. Also vergeude sie nicht, sondern nutze sie!“

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Die Radiosendung “Die Prophezeiung“, so wurde sie jetzt genannt, zählte mittlerweile zu den meist gehörten Sendungen und wurde bereits seit zwei ein halb Jahren landesweit ausgestrahlt. Aber nicht nur in Amerika sprengte sie alle Zuhörerrekorde, sogar in manchen arabischen Ländern bis hin nach Japan, konnte man sie über Glasfaser empfangen und sorgte überall für heftige Diskussionen. Pfarrer Willjems war schon fast zu einer Kultfigur geworden und T-Shirts die ihn, mit der Prophezeiung in der Hand oder vom schlichten, nur das Buch zeigende Motiv, bis hin zu künstlerischen Ausschweifungen mit abstrakten Konturen und skurrilen Hintergründen, wurden zu Millionen bedruckt und weltweit verkauft. Willjems bekam den Spitznamen „der neuen Nostradamus“ und Medienunternehmen boten astronomische Summen für Live-Auftritte. Aber auch Schriftsteller, Philosophen oder Musiker, wie der Künstler Sting, griffen das Thema auf und er wurde mit seinem Song „Wer sind wir eigentlich“ die Nummer Eins in Amerika und England.

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Erstmals in der Geschichte der Menschheit fegte in Nevada ein spektakulärer elektrostatischer Sturm übers Land und verwüstete große Teile Las Vegas. Nahezu keine einzige Glühbirne oder Leuchtreklame überlebte das Blitzinferno und über sechshundert Personen wurden von den feinen, sich wie gleißend knisternde Fasern ausbreitenden Blitzen, die sich beinahe in allen elektrischen Leitungen festsaugten, getötet oder von herabstürzenden Scherben regelrecht zerteilt. In vielen Stadtteilen breiteten sich durch die offenen funkensprühenden Kabelleitungen Brände aus und die vom Sturm begleiteten orkanartigen Windböen erschwerten die Lösch- und Bergungsarbeiten der Rettungsmannschaften erheblich. Nur in letzter Sekunde konnte ein verheerender Flächenbrand verhindert werden, der wahrscheinlich zwei Drittel von Las Vegas in Schutt und Asche gelegt hätte. Man bezahlte aber dafür einen schmerzlichen Preis. Der nördlichste Stadtteil musste aufgegeben werden und Hunderte von Menschen verloren in dieser Höllenbrunst ihr Leben. In ganz Amerika wurde ein dreitägige Staatstrauer ausgerufen und CNN bezeichnete diese Tragödie, als schwerste Katastrophe seit dem Anschlag auf die Twin Towers.

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„Ich erzähle dir später alles ausführlich“, flüsterte sie, „aber..., aber jetzt möchte ich dich einfach nur spüren und halten“, hauchte sie. „Einfach nur halten. Bitte halte mich einfach nur fest!“ sie schmiegte wieder sich an ihn. Tausende von Wassertropfen umspielten ihre Körper und umhüllten sie wie eine glitzernde Haut. Jerry atmete entspannt aus und nahm einen tiefen Atemzug von dem Geruch auf, den er schon Hunderte Male zuvor geträumt hatte. Er erinnerte ihn an seine Kindheit, als er über die blühenden Wiesen lief. Es war ein Geruch von frisch geschnittenem Gras, Löwenzahn und Harmonie. Er spürte ihren Körper ganz dicht an seinem und ließ sich fallen, fallen in eine Wolke aus Gefühlen, in der Worte keinen Platz hatten.

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„Hier zum Beispiel steht: Ein Zufall wird den göttlichen, strahlenden Berg empor heben und die Adern der Natur werden die Erde aufrollen und die Lebendigen aus den Lebendigen hervorgegangen, werden weder Tod noch Angst sehen. Denn wer sich selbst findet, steht über der Welt.“ Willjems blickte Jerry fragend an. „Weißt du vielleicht was..., was das bedeuten könnte oder wie man diesen..., diesen Zufall deuten sollte?“ Jerry hielt sich am Tisch fest und musste sich setzten. Seine Beine verweigerten ihm plötzlich den Dienst. Eine Hitzewelle strömte durch seinen ganzen Körper und Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Cathrin bemerkte seine Erregung und brachte ihm schnell ein Glas Wasser. Tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Zufall, dachte er. Wie kann da etwas geschrieben stehen, was erst vor kurzem geschehen ist?! Oder war Bob auch nur ein guter Geist, sowie der Blinde? Was sagte er im Wagen zu mir? Er sei der, der zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist?“ Eine erneute Hitzewelle schoss ihm durch den Körper und er trank das Glas auf einen Zug leer und starrte nervös auf die Prophezeiung. „Mir ist es auch so gegangen, Jerry“, sagte Cathrin mit ruhiger Stimme und massierte ihm seinen Nacken. „Ich habe mir auch einreden wollen, das sind alles nur Zufälle, aber es waren keine. Ich weiß“, sie umarmte ihn von hinten, „es ist schwer zu verstehen oder zu glauben, geschweige denn, zu akzeptieren, aber du musst es einfach akzeptieren. Kämpfe nicht dagegen an“, flüsterte sie ihm ins Ohr. Jerry starrte noch immer auf das Buch.„Weißt du, was mit diesem Zufall gemeint ist?“ Jerry blickte ihr mit starrem Blick in die Augen und nickte unmerklich den Kopf. „Du..., du weißt, was damit gemeint ist?!“ rief Willjems aufgebracht. Er war außer sich vor Aufregung. „Du..., du weißt, von welchem Zufall hier die Rede ist?“ Er rüttelte ihn euphorisch am Arm und riss ihn damit aus seinen Gedanken. Cathrin schaute ihn jetzt ebenfalls gespannt an. „Ich..., ich bekam ein Buch, von jemanden aufgedrängt, das heißt eigentlich zugeworfen“, Jerry musste unwillkürlich lachen. „Für 33 Dollar und 30 Cent!“ „No..., noch ein Blinder? Noch eine Prophezeiung?“ Willjems schien die Fassung zu verlieren. „Nein, nein“, beruhigte ihn Jerry. „Diesmal war es kein Blinder. Es war ein Zeitungsverkäufer...“ „Ein Zeitungsverkäufer?“, wiederholte Willjems ungläubig. „Ja, ein Zeitungsverkäufer“, sagte Jerry fast belustigend, „und er sagte zu mir, Zufall ist etwas, was dir zu fällt. Nur wer wirft es dir zu?“ Willjems blieb der Mund offen stehen. „Und in diesem Buch“, fuhr Jerry fort, „geht es um Seismische Tomographie und Plattentektonik.“ Willjems war verwirrt und schüttelte nachdenklich den Kopf. Irgendwie hatte er eine andere Antwort erwartet. Dankend nahm er das Glas Wasser, das ihm Cathrin reichte, an. Seine Kehle schien wie ausgetrocknet. „Geophysiker sind Mitte der 20er Jahre darauf gekommen, dass der Erdmantel nicht nur ganz langsam kriecht, sondern sich auch umwälzt und blubbert, wie ein Topf, der mit zähflüssigem Schlamm gefüllt ist und knapp vor dem Kochen steht und es ist noch gar nicht so lange her, da entdeckten sie, dass sich unter Afrika eine riesige pilzförmige Struktur gebildet hat, die sich vom Kern aus ca. 1500 Kilometer nach oben erstreckt und mehrere tausend Kilometer Ausdehnung hat. Und dieser enorme Druck hat Afrika rund 1500 Meter in die Höhe steigen lassen, in Millionen von Jahren versteht sich, aber wenn der Druck dieser >Superplume<, den ganzen afrikanischen Kontinent hat heben können, sollte er uns genügend Anfangsantrieb zur Verfügung stellen, um die Erdanziehung verlassen zu können.“ „Das..., das habe ich jetzt nicht verstanden“, sagte Willjems kopfschüttelnd. „Wie soll eine...“ „Schauen Sie, Herr Pfarrer“, unterbrach ihn Jerry. „Der Victoriasee, ist in einem Hochland von 1134 m eingebettet. Wir müssen also so tief wie möglich nach unten graben oder bauen, wenn Sie so wollen und dann werden, entweder mit Sprengsätzen oder mit Lasern, die letzten Gesteinsschichten zwischen Superplume und Raumschiff weggeschnitten oder gesprengt, ja und dann >Bumm<, wie aus einem Kanonenlauf geschossen, sollten wir hinaus katapultiert werden und erst dann zünden wir unsere Triebwerke!“ „Das..., das wäre ja phantastisch!“ schrie Willjems aufgeregt und klatschte in die Hände. „Nein leider, ganz so fantastisch ist das nicht!“ bremste ihn Jerry in seiner Euphorie. „Denn die Schockwelle, die wir dabei auslösen, wird sich rund um den Erdball ausbreiten und sie wird unseren Planeten wahrscheinlich aufplatzen lassen“, Jerrys Blick verklärte sich wieder und er starrte auf das Buch, „ wie es ja auch hier in der Prophezeiung geschrieben steht“, fügte er noch leise hinzu.

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„Millionen von kleinen Lichtpaketen treffen auf unsere Augen und ca. 200 Millionen Stäbchen und Zäpfchen saugen sie auf und irgend etwas berechnet dann für eine jede Energieeinheit, einen dreidimensionalen Farbraum und gibt ihn weiter. Nur wohin? Wer interpretiert für dich? Wer fügt die Millionen Lichtpakete wieder zu einem Bild zusammen? Wo entsteht das Bild, das ich sehe? Wo fängt das an und wo hört es auf, in dir? Wo hört dein Gehirn auf? Was ist das, was ich sehe? Bei einem Kinofilm, sehen wir ja auch nur die einzelnen bewegungslosen Szenen. Wer fügt sie zu einer Scheinbewegung zusammen? Bewegen wir uns oder bewegen wir uns vielleicht nur durch bewegungslose Einzelbilder und interpretieren sie dann als unsere Bewegung? So, als ordne man die einzelnen Bilder eines Filmes nicht dicht nebeneinander, sondern hintereinander an. Besser gesagt, so als ob man viele holographische Platten hintereinander reiht, durch die wir dann durch unser Bewusstsein projiziert werden.

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Nur die Schwerkraft hatte man noch nicht ganz in den Griff bekommen, aber es kündigte sich bereits ein Durchbruch sondergleichen an. Diese Technik würde aber wahrscheinlich erst auf dem Weg zu der neuen Heimat vollendet werden. Man hoffte, ein kleines Schwarzes Loch von neun Millimetern Durchmesser entstehen lassen zu können und so unter dem Raumschiff zu platzieren, dass die nötige Gravitation erreicht wurde. Die gigantischen Fundamente für die Teleskoparme, die das Schwarze Loch in seiner Position hielten, wurden in die Konstruktion bereits integriert, aber die Arme selbst und das enorme Magnetfeld, das das gesamte Raumschiff ummanteln sollte, waren noch Zukunftsmusik. Bis dahin wurde das Raumschiff mit konstanter Erdbeschleunigung angetrieben und nach 333 Tagen bei einer Geschwindigkeit von 282.149 km pro Sekunde, musste man sich mit Magnetanzügen begnügen. Durch die Supraleiterverbesserung konnten gewaltige Magnetfelder erzeugt werden und nach einer kleinen Gewöhnungsphase bewegte man sich fast so wie auf der Erde. Die Wissenschaftler waren sich aber über die Endgeschwindigkeit, die durch die neuen Raketenantriebe erreicht werden konnten, noch nicht so ganz einig. Bei einigen Berechnungen war man sich sogar sicher, beinahe die achte Neun hinter dem Null-Komma der Lichtgeschwindigkeit erreichen zu können. Wenn diese Geschwindigkeit verwirklicht werden könnte, beschloss man, unsere Nachbargalaxie, die in der Prophezeiung als Abessinische Prinzessin erwähnt wurde und 2,2 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt war, anzusteuern. Bei dieser Geschwindigkeit könnte der Andromedanebel in nur 333 Jahren erreicht werden. Durch die Verbesserung der Triebwerke entstand auch die Hoffnung, die Erdanziehungskraft leichter zu überwinden und auf die Sprengung der Erdkruste verzichten zu können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit den gesamten Planeten aufsprengen und völlig zerstören würde, aber nach vielen Testreihen erwies sich dies als Fehleinschätzung. Die Triebwerke konnten erst nach einer gewissen Brenndauer und Geschwindigkeit die volle Leistung entwickeln und auf die Kräfte der Superplume konnte nach wie vor nicht verzichtet werden.

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Ratten bildeten jetzt die Hauptnahrungsquelle der Menschen und die provisorisch gebildeten Übergangsregierungen, versuchten der Bevölkerung vernünftige Zuchtmethoden beizubringen, denn Ratten zerfleischen sich nämlich unter bestimmten Lebensumständen gegenseitig und stellten somit ihre eigene Lebensgrundlage dar. Der saure Niederschlag war nicht mehr genießbar und erreichte in manchen Ländern manchmal sogar den PH Wert 1,11. Jeglicher Kontakt rief schwere Verätzungen hervor und aber Tausende von Menschen, die von solch einem sauren Regenschauer überrascht wurden oder sich nicht richtig schützen konnten, erblindeten binnen nur weniger Tage. Chemikalien für die Trinkwasserumwandlung waren selten geworden oder überhaupt nicht mehr vorhanden.

Etwas abseits der heiligen Stadt bildeten sich riesige Slums mit Abermillionen von Menschen. Das Gerücht war entstanden und breitete sich in Windeseile aus, man müsse nur dort hin gelangen um mitfliegen zu können. Der Andrang war dermaßen gewaltig, dass die umliegenden Zeltstädte in einzelne Bezirke aufgeteilt wurden, von denen einer die ungefähre Größe von New York besaß. So entstanden 33 Bezirke. Die einzelnen Bezirke wiederum wurden, um einerseits der Seuchengefahr, andererseits um den herabstürzenden Regenmassen Herr zu werden, auf Gitterrosten erbaut und durch massive Steinwände, in gigantische Wohnparzellen unterteilt. Die einzelnen Wohnflächen hingegen zäumte man nur ein und glichen dadurch, eher den einstmaligen bei Massentierhaltung verwendeten Legebatterien, auf denen man im eigenen Gestank von Exkrementen und verfaulendem Fleisch, dahin vegetierte. Und täglich wurde der Andrang größer. Es spielten sich furchtbare Szenen ab und fast nach einem jedem starken Gewittersturm wurden teilweise sogar ganze Wohnparzellen von den reißenden Schlammmassen, die alles zermalmten, was sich ihnen in den Weg stellte, in Richtung Meer gespült. Um „die heilige Stadt“ musste man eine Sicherheitszone errichten, die mit Flächenlasern „frei“ gehalten wurde und es sah wirklich gespenstisch aus, wenn Lichtblitze den bis zum Horizont reichenden, schwach rötlich phosphoreszierenden, Schutzring durchzuckten, nämlich jedes Mal, wenn ein Überlebender versuchte zur Stadt durch zukommen und das geschah fast eine jede Sekunde.

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Einige Scheiben hatten den orkanartigen Sturmböen, nicht mehr standgehalten und die herabstürzenden Wassermassen, die manchmal wie Salven eines Maschinengewehrfeuers in die Hochhäuser einschlugen, verwüsteten Cathrins Büro völlig. Ihr Schreibtisch war umgestürzt und die unzähligen Monitore lagen, in einer cm dicken Schicht aus Glas, Ruß und Schlamm am Boden verstreut. Die Luft schien zu dampfen und bei einem jeden Atemzug brannte sie wie glühende Kohlen in der Lunge. Ohne Mundschutz verlor man schon, nach nur wenigen Minuten, die Besinnung. Cathrin saß zusammengekauert an der Rückwand ihres Büros und starrte auf die gegenüberliegende Wand mit den Weltzeituhren. Alle Uhren bis auf die mit der >Stadt Zeit< waren stehen geblieben. Noch drei Stunden, dachte Cathrin. Trotz der drückend heißen Schwüle lief ihr eine Gänsehaut über den Rücken und es fröstelte sie. Die heilige Stadt hatte sie ja nur auf Plänen gesehen, aber sie konnte sich bildlich vorstellen, wie wunderschön sie war. Jerry konnte ihr noch vor einem Jahren einen Brief übermitteln, aber anschließend brach eine jede Kommunikationsmöglichkeit ab. Einmal versuchte sie es zwar zu einem angeblich noch funktionierenden Funksender durchzukommen und ihren Ausflug hatte sie auch sehr sorgfältig geplant, aber noch bevor sie Übersteigen konnte, erfasste eine meterhohe brechende Welle ihr, aus einem Kasten und Matratzen selbstgebasteltes Floß und zermahlte es vollständig an der Hauswand. Seit diesem Vorfall zog sie sich vollkommen in ihr Büro zurück und der einzige Weg, den sie jeden Tag absolvierte war zur gegenüberliegenden Wand, nämlich zu ihrem kleinen Radio, aber so oft sie es auch probierte, mehr als ein Rauschen konnte sie ihm nicht entlocken.

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Plötzlich begann die gesamte Struktur zu zittern und feiner Staub rieselte auf Jerry herab. Majestätisch, wie in Zeitlupe, öffnete sich ein kleiner Spalt genau entlang der Kuppelmitte und begleitet von einem lauten dumpfen Donnern, der Jerrys Helm vibrieren ließ, wurden die Triebwerke für den Öffnungsmechanismus gezündet. Wie von unzähligen kleinen leuchtenden Sternen geschoben, klappte sich die Kuppel ganz langsam in zwei Hälften auf und Bauelement um Bauelement schoben sich, hoch über ihn, fächerförmig zusammen. Die Wissenschaftler haben hervorragende Arbeit geleistet, dachte Jerry fasziniert. Der Öffnungsmechanismus war nämlich für lange Zeit ein großes Problem gewesen, aber es schien alles perfekt zu klappen und die feuchte Außenluft spannte einen gigantischen, in allen Farben glitzernden Regenbogen über das Geschehen. Jerry starrte auf die unbeschreibliche Schönheit, die sich vor ihm ausbreitete. Irgendwie erinnerte ihn die Szene an eine bis über den Horizont reichende Theaterbühne, auf der sich majestätisch erhaben der Vorhang öffnete. Sechs Minuten, wusste Jerry, würde es dauern und es kam ihm wie eine kleine Ewigkeit vor, bis die Kuppel auseinander gefaltet war und die Stoßfront der Bauelemente, mit unglaublicher Geschwindigkeit, von einem ohrenbetäubenden schrillen Geräusch begleitet, in die Verankerung einrastete. Jerry wurde einen guten Meter in die Höhe geschleudert, so gewaltig war die Erschütterung. Die harte Landung hatte ihn etwas benommen gemacht und es dröhnte in seinen Ohren. Ihm fiel der Lampion, auf Cathrins Geburtstagsparty wieder ein, den rein zufällig eine Windböe fortriss und als er den Boden berührte, mit einem lauten Schnalzer, auseinander klappte. Erst damals kam ihm der Gedanke der Kuppelkonstruktion und dass man die Stoßwelle der Bauelemente kreisförmig nach unten bis zu den letzten Gesteinsschichten, tief unterhalb des Raumschiffes bündeln konnte und erst dann, wenn diese dort eintraf, die Laser zu aktivieren und gleichzeitig die anderen Sprengladungen zu zünden.

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Ein enormer, metallisch klingender Knall, der einem beinahe das Trommelfell platzen ließ, durchrüttelte das gesamte Raumschiff. David wurde in den Sessel gepresst und die Austrittsöffnung, hoch über ihnen, kam mit enormer Geschwindigkeit auf sie zu. Er konzentrierte sich wieder auf die Monitore. „Optimale Beschleunigung! Durchstoß in drei, in zwei, eins. Wir sind durch!“ Die starken Vibrationen hörten schlagartig auf und auch das schrille Summen verstummte völlig. „Achtung! Triebwerke auf mein Kommando, Zündung und volle Leistung! Noch drei, noch zwei, eins! Zündung!“ Chris drückte den blauen Knopf und ein leichtes Vibrieren wurde wieder spürbar. „Alle Triebwerke gezündet! Maximaler Schub. Alle Systeme im grünen Bereich und optimale Beschleunigung!“ David blickte wieder nach oben. In diesem Moment durchbrach das Raumschiff die dichte Wolkenschicht und wie ein glitzernder Vorhang öffnete sich das Weltall mit seinen Abermilliarden von Sternen vor ihnen. David hielt den Atem an. Hinter ihnen durchzuckten Blitze die Atmosphäre und ein rotglühender Schein, der sich von der Erdoberfläche an der Wolkendecke spiegelte, breitete sich mit rasender Geschwindigkeit wie eine leuchtende Wasserwelle, kreisförmig über den gesamten Planeten aus. Davids Blick fiel auf die Zeitanzeige, die vor ihm leuchtete. Earth Time 06.03 p.m. stand auf dem Display. Plötzlich durchbrach der Mond den brodelnden Erdhorizont. Er bedeckte die Sonne gerade vollständig. Es war ein atemberaubender Anblick und David starrte wie versteinert auf das spektakuläre Szenario, das sich vor ihm auftat.

Beitrag von: Markus Kotas, heldenberg@yahoo.com





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