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Das Leben eines Teenagers Prolog Kennt ihr das Gefühl, wenn es in deiner Magengegend angenehm schmerzt, als ob tausend Schmetterlinge hinaus wollen, wenn deine Augen sich nicht satt essen können vom Anblick des jenigen,deine Hefte und Notizen von vielen kleinen Herzchen geschmückt werden, du dich immer wieder ertappst, wie du an jenen mit einen Lächeln denkst und kein anderes Thema mehr findest? Mary blieben diese Symptome bisher verborgen,wie ein Schatz der unerreichbar scheint. Mary ist eine von 4 Kindern der Familie Rodsen. Die Familie besteht, ausgenommen des Vaters, ausschließlich aus den weiblichen Geschlecht.Mary leidet stark unter Depressionen. Es fing alles an den Tag an, als sie geboren wurde. All ihre Schwestern wurden allesamt mit einen wunderbaren symmetrischen Gesicht und einer makellosen Statur beschenkt. Glänzendes blondes wallendes gepflegtes Haar,volle meist mit Lip-gloss bedeckte Lippen, ihre Schulnoten zeigten immer die fast schon Hochbegabung. In ihren Schulen belegten die 3 Mädchen stets eine hohe Position und die Jungen liefen den Schönheiten reihenweise nach. Kurzum sie besaßen ein nahezu perfektes Leben. Böse Münder lassen verlauten, dass jeder Familie ein schwarzes Schaf lebt und diese Rolle musste Mary unfreiwillig übernehmen. Mary dachte oft über die Möglichkeit nach adoptiert zu sein, da ihre Gestalt zum größten Teile, der eines Apfels gleicht mit ihren Wangen, die mit langen breiten Adern der Farbe eines reifen purpurroten „Pink Lady“-Apfels glich, gezeichnet waren und ihre Figur rundlich gar mollig erschien. Mary hatte zahlreiche Diäten ohne jeglichen Erfolg, hinter sich gelassen. Sie verachtete den Sommer, auf Grund des Hitze, die häufig herrschte und der damit verbundenen kurzer Gaderobe, die ihre Depressionen steigern bis sie dann letztendlich zu einen erneuten Selbstmordversuch kommt und die ganze Familie betroffen, stets denkend, „Was haben wir falsch gemacht? Wieso kannst du nicht wie deine Schwestern sein?“, den Kopf schüttelten was Mary noch tiefer sinken lässt. Als sie noch zu den Kleinkinder zugeordnet wurde, akzeptierten all ihre Verwandten Mary. Noch mehr, sie äußerten nicht selten wie süß sie doch sei mit ihren Pausbäckchen und ihren kleinen runden Körper. Doch dies alles zählte zur Vergangenheit. Bald stieß Mary nur noch auf Spott, Ablehnung bis zu Verachtung. Mary stellte eine Bedrohung für die wunderschön perfekte Welt der Rodsens dar und über so etwas konnten und wollten ihre Verwandten, und vor allem die eigenen Eltern und Geschwister, nicht hinwegsehen. Dies wurde wiedereinmal deutlich als sie nach einer Schulfahrt heim kam und Jenny, die älteste meinte, sie hätte doch dort bleiben sollen. Hier störe sie sowieso nur. Normale Teenager im Alter von 16 Jahren würden zu Freunden laufen, ihnen ihr Leid klagen, um sich dann wieder zu fangen. Anders Mary, denn auch hier erfuhr sie schon Anfangs Neid und Hass, da viele ihrer Klassenkameraden kleine Geschwister von Marys Schwestern waren und von ihnen gemoppt wurden. Eine Art Racheakt, da ja die ganze Familie für den Fehler eines Mitgliedes aufkommen müsse. So kauerte Mary jede einzelne Pause alleine auf ihren Stuhl, schlang gierig ihr Sandwich mit extra Ketschup herunter, wenn sie nicht leise schluchzend eine Toilettenkabine besetzte, da sie wieder einmal geärgert oder sonstiges wurde. Entweder sie entrissen Mary ihr Geld, hänselten sie auf Grund ihres Aussehens oder verprügelten sie vor den Aufsichtspersonen mit der Begründung, sie sei es nicht wert in solch einer schönen reinen Klasse unterrichtet zu werden. Als das kleine arme Mädchen sich endlich durch gerungen hatte, all diese Demütigungen zu „beichten“, wusste ihre Eltern nichts besseres als zu erwidern: „Kind, was haben wir an dir falsch gemacht? Deine Geschwister überlebten die Schule auch sehr gut, warum dann du nicht? Vielleicht gibst du den Kindern einen Grund dich so zu behandeln! Ich bin sicher deine Klassenkameraden sind im Grunde sehr lieb, du darfst sie nur nicht provozieren!“ Ja, sie hatten recht, Mary gab den Kindern die Autorisation sie zu hänseln gar zu moppen, ihr einen blauen Fleck nach den anderen zu verpassen, ihr dreimal ihre Arme innerhalb von drei Jahren und zweimal ihre Beine zu brechen, indem sie einfach da stand nichts sagte, wenn einer sie als „Schwein“ beschimpfte oder sie einfach die Sicht der anderen störte, da Mary nicht mit der erleichternden Gabe, eine Ausstrahlung gar Schönheit zu besitzen, beschenkt wurde. Die Fakten sprechen für sich und somit haben sie die Erlaubnis solch böse Sachen mit den schüchternen, später deprimierten Mädchen zu machen, so fern man nur im entferntesten einen akzeptablen Bewegrund vorweisen kann. Ihr wurde immer wieder erklärt: „Mary, du nimmst ein großes Erbe an! Deine Schwestern, sowie auch wir, liefen sehr oft gegen eine Mauer des Neid und der Eifersucht, doch du musst die Leute ignorieren und sie anlächeln, denn in deinen Hinterkopf muss immer verankert sein: All die Menschen denen du begegnest, egal ob jung oder alt, könnten deine Wähler sein!“ Diese Aussage, die man Mary täglich bis zu ihren 8.Lebensjahr eintrichtete, kommt einmal von ihren Eltern, die beide sehr engagiert in einer Partei mitwirken, und dann noch von ihren Geschwistern, jene allesamt das Amt des Schülersprechers ausübten. Ihr werdet euch fragen was wohl nach den 8.Lebensjahr den armen Mädchen vorgebetet wurde! Als Mary in die Schule mit 7 Jahren geschickt wurde und dort, wie bekannt, nicht wusste sich zu integrieren, erkannten sie, dass ihre jüngste Tochter für solch eine Aufgabe, gewählt zu werden, nicht geeignet sei. Oft fühlte Mary sich missverstanden von ihrer Familie, die ja eigentlich eine Stütze in schlechten Momenten darstellen sollte, da ja schließlich kein freundschaftliches Verständnis vorhanden zu sein schien. Ein Zusammenhalt herrschte jedoch auch dort, nur eben gegen Mary! Der 1.Selbstmordversuch Natürlich blieb diese Meinung über das Mädchen ihr nicht verborgen, was folglich an ihren 10. Geburtstag aus den Ruder verlief. Mary wartete vergeblich auf eine Nachricht mit den Inhalt „Happy Birthday liebe Mary“, geschweige denn auf einen Gast ihrer 20 eingeladenen Mitschülern. Sie hatte solch eine Freude im Herzen, als sie die Einladungen ein paar Tage vorher austeilte. Der Auslöser stellte die falsche Zusage vieler Kinder, die meinten, sie würden sehr gerne mit Mary feiern. Als die soeben 10-jährige allein ihren Schokoladenkuchen, welcher zu ihrer Lieblingssorten zählte, aufgegessen hatte um dann traurig die Treppe zu ihrer Kammer, einen anderen Ausdruck sollte man nicht benutzen auf Grund der Wirklichkeit des Aussehens ihres Zimmers, von lauten unaufhörlichen Gekicher von Seiten ihrer Schwestern begleitet, hinaufschlich, kullerten ihr leise Krokodiltränen über ihre mit Make- up bedeckten Wangen. Ohne Freunde wird ein Mensch und vor allen einer wie Mary kaputt! Dies merkte man deutlich zu den Zeitpunkt, in den Mary auf ihren Bett zur Decke starrend auf ihren Rücken lag. Ihr Körper wurde mit einen sackähnlichen T-Shirt und einer schwarzen Jeans bedeckt. Ihr schwirrten so viele Gedanken in ihren Kopf umher: Was mach ich eigentlich auf dieser Welt? Wer braucht mich denn noch hier? Meiner Familie stelle ich nur eine Last dar, Freunde hab ich nicht! Keinen würde es störn...nein, sie würden es nicht mal bemerken! Das schlimme war, sie hatte recht! Nachdenklich durch forschte sie liegend ihr eigentlich bekanntes Zimmer mit ihren wunderschönen blauen großen Augen, die niemals jemand zu entdecken vermochte. Mary entdeckte zwei Regale an der Zahl, die mit Büchern mit überwiegend brutalen Inhalt gefüllt waren, einen schwarzen Schreibtisch der kahl und ohne jeglicher Dekoration auskommen musste, einen kleinen Fernseher, der auf einer roten Ablage, jene wiederum unaufgeräumte Dinge beinhaltete, die Mary wahrscheinlich nie wieder benötigen würde.Die Tatsache erneut enttäuscht zu werden schmerzte einfach so sehr. Normalerweise wäre es angebracht, dass Mary sich mit den Schicksal nicht geliebt zu werden abfindet, doch sie schaffte es einfach nicht. Damit Mary nicht mehr leiden müsse, brauchte man eine Art Wunder. Die Eingebung wie ein solches geschehen könne, erwies sich als schwer. Mary jedoch fand eine andere Lösung: Sich umbringen! Wie vom Teufel gejagt, sprang sie voller neuer Energie von ihren Bett und stieß sich an einen Stuhlbein. Es tat sehr weh, doch jenes Missgeschick störte sie nicht, denn wer eine Aufgabe gar eine Mission zu erledigen hat, darf sich nicht mit solch banalen blauen Flecken abgeben. Wild kramte sie in ihren Schüben umher. Verzweifelt suchte sie nach einen spitzen Gegenstand. Zehn Minuten vergingen bis Mary eine Schere entdeckte. Besitzt du die Sicherheit, dass dein Tun recht ist? Ja weißt du auch was du da anrichtest?
15 Jahre Da Jenny,Kate und Caroline allesamt einen Studienplatz in Berlin, außer Kimberly, die zu ihren langfristigen Freund zog, belegten,blieb nur noch Mary übrig. Jetzt bekam sie die ungeteilte, darum auch unerwünschte, Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Schon zu Beginn redeten sie auf Mary ein, sie solle keinen Unsinn anstellen. Dieser „Unsinn“ bezog sich selbstverständlich auf die Selbstmordversuche, zu denen nun schon drei zählten. Einmal Tabletten,bei denen sie eine zu kleine Dosis zu sich nahm,wie bekannt die Tat mit der besagten Schere und letztens stolperte sie rein zufällig über einen Läufer, der an der Treppe platziert wurde, jedoch ebenfalls nur blaue Flecken bewirkte.Jeder einzelne ohne Erfolg! Diese Hilferufe blieben nicht ohne einen Sinn, da stets nach einen ihrer Dummheiten besorgte Blicke und Liebe für sie bereit gestellt wurden. Zwar nur ein paar Sekunden, aber besser als nichts! Manchmal schlich sich der Verdacht in Marys Gedanken, dass sie nie die Absicht hatte, sich wirklich umzubringen. Unwissende Leute, die nicht erkennen, was in den Kopf eines solchen Kindes vorgeht, würden Mary als „Emo“ bezeichnen. Nicht nur die Selbstmorde häuften sich, Mary musste eine neue Hürde überwinden: Ihren Schulwechsel! Mit gemischten Gefühlen sah sie den bevorstehenden Tag, der vielleicht eine Art Neuanfang bereitstellen würde, entgegen. Es könnte rein theoretisch der Fall eintreten, dass meine neuen Mitschüler nett und lieb zu mir sind, mich nicht ausschließen, gar meine Freunde werden! Aber mach dir nicht zu viele Hoffnungen, ja!? Wie bekannt stirbt das Gefühl, welches von naiven Menschen oft „Hoffnung“ genannt wird, zuletzt. So dachte Mary auch, womit sie anfangs sogar recht behielt. Ihr erster Schultag verlief reibungslos. Als sie in die Klasse kam, wurde sie mit offenen Armen empfangen. Sofort erklärten sich zwei Mädchen bereit, ihr das Schulgelände zu zeigen. Susan und Laura hießen die Beiden. Sie verhielten sich sehr nett gegenüber Mary, wodurch sie ein Vertrauen erschlichen, welches Mary noch keinen Menschen zukommen ließ. Endlich kann ich zwei Mädchen zu meinen Freundeskreis zählen! Juhuuu! Es scheint mir zu schön um sich als wahr zu erweisen! Zweifle nicht daran, sonst geschied noch ein Unglück! Mary sprach oft mit sich selbst aus Gewohnheit ihrer Vergangenheit. Bald würde sie diese Gespräche nicht mehr benötigen, da schließlich zwei Freunde in ihren Leben aufgetaucht sind. Alles wäre perfekt, wobei Mary wissen hätte können, dass es keine Menschen die sie verstehen und erst recht kein Wunder in ihrer kleinen bescheidenen Welt gibt. Folglich als der dritte Schultag zu beginnen drohte, nahm das Hänseln wieder seinen Lauf. Kinder können ja so böse sein! Mary stolzierte nichts ahnend voller Vorfreude auf ihre Freundinnen, die ihr eine riesen Überraschung versprachen. Um was kann es sich wohl handeln? Hmm..vielleicht um ein Freundschaftsarmband? Oder einfach etwas, dass mich an sie erinnern wird.... für immer? Mary sollte mit der letzten Aussage leider Recht behalten! Die Kinder warteten schon auf ihr Opfer. Eine, Laura, versteckte sich mit einen Eimer voller weißer leichter Dinge, bereit hervor zuspringen, Mary zu überraschen. Mit einen breiten Grinsen öffnete Mary die Klassenzimmertür, um herauszufinden, was die Überraschung nur sein kann, oder besser ausgedrückt, wie das Geschenk aussieht. Ihr Gesichtsausdruck, der anfängliche Freude zu zeigen vermochte, wandelte, änderte sich schlagartig in Erschrockenheit, denn als Mary gerade einzutreten versuchte, kam vom oberen Ende der Tür ihr mit lauten Getöse ein grauer Eimer voller roter Farbe entgegen. Mit großen Augen, die Entrüstung ans Tageslicht brachten, und einen offenen Mund, wobei sie die nach Chemie schmeckende Farbe etwas schluckte, was die Folge mitbrachte, dass sie husten musste, wie ein Frostgefühl ihren Körper kurz beherrschte. Dies war der Fall, auf Grund der kalten Farbe, jene ihre Gestalt ziemlich umfasste, sodass man nur noch die Umrisse Marys erkennen konnte. Nun stand sie da, immer noch nicht in der Lage, dies alles richtig zu realisieren. Umhüllt von unangenehmer Farbmasse, hilflos. Doch ihre Kameraden behielten trotz der Attacke die Meinung, es sei noch nicht genug Blamage für Mary, womit sie sich eigentlich nur fair verhielten. Schließlich sollten die Federn nicht sinnlos von Helen, der Rädelsführerin, mühsam ausgerupft worden sein, wobei ihr einer der perfekt lackierten modisch pinken Fingernägel abgebrochen ist. Solch Opfer gaben diese Schüler! Somit sprang plötzlich Laura hinter der Tür hervor und schüttete all die weißen Federn heraus aus den zweiten Eimer. Jetzt begriff Mary endlich, was hier vor sich geht. Geschockt blickte sie langsam herab. Das Szenario verursachte dicke Tränen aus Marys Augen, die ein dringendes Verlangen nach Freiheit verspürten. Alles, ihre Arme, Beine, ihr hervorstehender Bauch, der sich unregelmäßig hob und senkte,ihr Gesicht, überall Federn, die sich an der eklig nassen Farbe festzuklammern schienen. Nur die Augen blieben frei, da Mary diese mit zittrigen Fingern von der brennenden Masse befreite. Wie aus weiter Ferne vernahm sie schelmisches Lachen, Finger zeigten auf sie und jemand, Mary war nicht in der Lage jene einzuordnen., spottete: „Überraschung! Na, wie gefällt dir unser Geschenk?! Du wirst uns nie vergessen.... nicht wahr?“ Ohne auf Marys Antwort zu warten, machte Susan den anderen, die sich ebenfalls auf ihre Stühle begaben, nach. Der Auslöser tauchte sogleich im Zimmer, wütend über den Lärm, hinter Mary auf. Sofort verstummte das Gelächter und eine unheimliche Stille herrschte. Verwundert über den plötzlichen Umschwung des Lärmpegels wischte Mary, nichts ahnend, mit ihrer Handfläche die restlichen Tränen weg, was nicht viel half, da immer wieder für Nachschub gesorgt wurde. Sie stand dort wie ein kleines Mädchen, deren Lolli weggenommen wurde. Erst als Mary den riesigen Schatten ihrer Französischlehrerin Madame Finn bemerkte, drehte sie sich voller Angst und etwas Neugier um. Marys Kopf erreichte gerade die Schultern der strengsten Lehrerin, die Mary je unterrichtete. Madame Finn legte großen Wert auf Disziplin und Ordnung. Ihre schulterlangen braunen Haare, stets zu einen Pferdeschwanz streng zusammengebunden, die Statur einer Hammerwerferin, und vor allem eine Autorität, die keinen erlaubt faul gar frech zu sein. Noch nie bekam sie jemand mit Schminke zu Gesicht, was auch nicht zu ihren Männerklamotten passen würde. Vielleicht stellt dies die Basis ihres Singleleben dar. Ihr Mund sprach sichtlich bemüht möglichst leise zu reden, mit einer, ihres Wesens untypisch hohen Stimme, weswegen sich die Klasse krankhaft einen erneuten Lachanfall verkniffen, der trotz aller Willenskraft dennoch in Gestalt eines, der Lehrerin unbemerkt, jedoch alles sagend schmunzelnd, ausgelassen werden musste „Was geht hier denn vor?!“ Dann mehr zu Mary: „Wie siehst du denn aus? Auf wessen Kappe geht das? Mary, machst du mir schon so früh Kummer?“ Beinahe zerfressen wegen jener Madame Finn durch diese Anschuldigungen bei Mary auslöste, überfordert mit der bestehenden Situation, überfiel sie abermals der Sturm der Tränen, sodass sich keine andere Wahl ergab, als zu schweigen. Zum Glück hatte Mary so gute Freunde und so meldete sich Bastian, ein kleiner schmächtiger Junge, der jedoch ziemlich fies und hinterhältig sein kann, was in dieser Klasse nichts besonderes zu sein galt. „Mary kam mit ihren Farbeimer und den Federn heute rein und meinte, sie wolle dies an ihren Körper haben...als Scherz nehmen ich einmal an. Stimmt doch Mary, oder?“ Mit einen bedrohlichen Funken in seinen grünen Augen fragte er sie, wobei es nur eine Antwort gab, die akzeptabel war. Völlig eingeschüchtert nickte sie widerwillig schluchzend mit den Kopf. Ein breites stolzes Grinsen machte sich bei den Schülern hinter den Rücken der Lehrerin, die immer noch Mary begutachtete. „Was hast du dir dabei gedacht, kannst du mir das mal sagen?!“ Als Mary unschuldig und ratlos, wie sie da stand, mit ihren Schultern zuckte, nicht mutig die Lüge aufzudecken, fügte Madame Finn enttäuscht, da sei sich so sehr in Marys Charakter irrte, hinzu: „Geh zuerst mal heim, um dich zu duschen, dann rede ich morgen mit deinen Eltern ein ernstes Wort!“ Mary wollte eben ihr Veto, dass sie doch keine so harte Strafe verdient habe, einlegen, als sie ihren Mund nicht mehr, auf Grund der getrockneten Farbe und einer Feder, die zufällig auf ihn landete,öffnen konnte. So brachte sie nur ein undefinierbares „Hm“ heraus. Zum ersten Mal in ihren erbärmlichen Leben, glaubte....wusste Mary, irgendwo dort oben über den Wolken schaut jemand bzw etwas auf sie herab, um sie vor Fehlern zu schützen. Sicherlich, so war sie der sicheren Meinung, passte diese Person bzw dieses Ding nicht gut auf, doch existieren musste es, in diesen Punkt blieb sie sich und ihrer Weltanschauung treu. So schlich Mary bedächtig zuerst aus den Klassenzimmer, dann weg vom Schulgebäude. Ich kann nicht heim! Was werden meine Eltern mich wieder ausfragen, nach den Anlass meines verfrühten Kommen. Und doch bin ich gezwungen, ihnen den morgigen Termin zu sagen. Oder kann ich es verschweigen? Nein, da muss ich durch! Obwohl der bestehende Mut, ihren Eltern jene Lüge zu beichten, denn die Wahrheit würden sie nie glauben, und die Routine, sowieso alles falsch zu machen, vorhanden war, wobei diese beiden Gemütszustände nah beieinander lagen, da man Gefühle meist nicht eindeutig zuordnen kann, beschloss Mary etwas spazieren zu gehen. Der Wald!!! Er befand sich nicht weit entfernt von den Schulgebäude, womit dieser Platz in Marys Augen günstig erschien. Sie schlich mit gesenkten Kopf dorthin. An einen kleinen Bach, wo sie sich die nervtötenden Federn abwusch und dann immer weiter in das Gehölz. Empirisch, einsam zu sein, zwischen den Verlangen nach Stille und den Drang nach einer Person, der sie alles anvertrauen durfte, ließ sie sich, ohne über den darauf folgenden Schmerz nachzudenken, auf einen alten morschen, bereits toten Baumstumpf fallen, der wegen seiner fehlenden Kraft und Ausdauer den ursprünglichen Platz verlassen musste. Mary erkannte manch Eigenschaften des Stück Holzes in sich selbst wieder. Einmal war dieses tote Leben ebenfalls allein, wobei Mitleid von außen für beiden Seiten ausblieb, sie befanden sich im Wald, keine Hilfe sehend und genauso wie der „Baum“, jener zu weinen aussah, wenn langsam das restliche Wachs am Boden tropfte, vergoss auch Mary mit letzter Kraft ein paar Tränen aus Verzweiflung, Angst, aber auch ein bisschen aus Selbstmitleid. Was bleibt dir noch auf dieser Welt? Der Baum gab schließlich auch auf, warum dann du nicht?! Sei nicht so egoistisch, die Welt hasst dich! Dieses Selbstgespräch führte Mary sehr häufig in ihren Leben. Wiedereinmal überlegte sie, wie ihr Tot, ihre Beerdigung aussehen sollte. Welche Blumen?.... Zypressen, die Blumen der Verzweiflung! Musik? Hmm.... von Akon „Lonely“ wär nicht schlecht! Auf jeden Fall will ich von einen Profi hübsch gemacht werden! Keiner soll eine Rede halten, die wäre sowieso nur geheuchelt! Alles geheim, niemand soll kommen! Warum willst du dann geschminkt werden? Dumme! Kannst du dir das nicht denken? Weil ich einmal, nur EIN VERDAMMTES MAL hübsch sein will!!! Solche Dinge beschäftigten ein 15-jähriges Mädchen! Mit den Kopf auf ihre Hände gestützt, plante sie ihren erneuten Selbstmord. Doch auch ihr Talent in der Rubrik Fantasie blieb bis jetzt unentdeckt. Ohne Hoffnung auf eine Besserung, atmete sie schwer ein und aus, den Blick auf den mit Moos bewachsenen grün-braunen Waldboden. Als sie ihre Sicht nach oben richtete, konnte sie, eine von ihr kaum beachtete Weite von Mischgehölz erkennen. Jeder Baum, jener Name Mary einmal in ihren Ohren auffing, wurde zahlreich vertreten. Wohin Mary auch ihre Augen lenkte, erstrahlte der Forst in einen, von der Sonne erhellten, einladenden, verschieden farbigen Grün. Der Grund, geschmückt mit bunten, sowie giftig als auch essbaren, Pilzen und verlockend blitzenden Beeren. Doch dies alles faszinierte, geschweige denn munterte, Mary sonderlich auf, bis... bis sie auf eine unscheinbare und dennoch wunderschöne Blume aufmerksam wurde. Alle anderen um sie herum, jene mit ihrer Farbenpracht zweifellos jeden Betrachter sofort auffallen würden, mit ihrer Ausstrahlung ihre Nachbarsblume in den Schatten stellen, durften die Aufmerksamkeit Marys nicht genießen. Noch nie bekam Mary eine solch bescheidene Blume wie den Weißdorn gesehen. Sie wusste sogleich, was diese Pflanze besagen will Gib nicht auf! Ihre unschuldig weißen Blüten mit einen auffordernden lila Punkten, bildeten Gegensätze wie keine andere und dennoch ergänzten sie sich zu einer frechen, lieblichen Aura. Einfach perfekt aufgeteilt, wie Mary die göttliche Erscheinung betrachtete. Wie durch einen Stoß der Euphorie erlangte Mary neuen stärkenden Mut, der ganzen Welt zu zeigen, dass auch sie in der Lage war, gleich des Weißdorns, die zugegeben hübscheren, mit mehr Ausstrahlung und Charme in den Hintergrund zu drängen oder wenigsten die bewundernde Aufmerksamkeit, jene Mary der Blume schenkte, zu erlangen. Bepackt mit neuen Mut stapfte Mary mit ihren alten Vans aus den Wald heraus, um heim zu gehen. Dort erwartete sie eine Moralpredigt. Doch ihre Erwartungen blieben unübertroffen. Mary fand bald auch den Grund: Sie verbrachte ihre Zeit bis 13 Uhr in den Wald. Somit nahmen ihre Eltern an, sie sei lieb und brav in der Schule gewesen und hätte etwas gelernt. „Wie war die Schule?“ „Ach, ganz schön! Ähm....naja....ihr sollt morgen...“ Tief einatmen! Ganz ruhig! Augen zu und durch! „...ihr sollt morgen...also meine Lehrerin will mit euch morgen reden!“ Ihre Mutters Augen weiteten sich gefährlich, vergleichbar die eines Raubtieres, jenes sich jeden Moment auf ihre Beute werfen wird um sie zu fressen. Ihr Vater, stets am Weg zu einen wichtigeren Termin, verdrehte nur wieder die Augen und meinte, ihren Schwestern hätte ihn nie in solch eine schwierige peinliche Lage gebracht. Wie Mary diese Vergleiche hasste! Ich bin ich und nicht eine meiner Schwestern!!! Rasch verschwand Mary wieder in ihren Zimmer. Dort befand sich ihre eigene Welt. Keiner hatte das Recht, nahm es auch nie, das Mädchen zu stören. Sie hörte nur noch wie die Wohnungstür laut, aus Zorn, geschlossen wurde. Mary beurteilte diese Art des Schließen als unfair, da ihre Eltern dies jeder Zeit machen dürfen, wenn jedoch Mary nur einmal die Tür aus der Hand kommt, folgt eine endlose Predigt. Manchmal dürfen Erwachsene eben mehr! Morgen wird ein anstrengender Tag für dich, Mary! Obwohl, welcher ist nicht schwierig?! Denk an die Blume! Sie schafft es auch täglich am Leben zu bleiben! Mit diesen Gedanken fiel sie in einen tiefen, ihr lang vorkommenden, traumlosen Schlaf. Am nächsten Morgen wurde sie sanft vom Zwitschern der Vögel, jene gewöhnlich verstummen ehe es Nacht wird und erst spät mittags anfangen ihre herrlich Lieder zu trällern, geweckt. Es versprach für positiv Denkende, einen schönen Tag zu werden. Langsam kroch Mary aus ihren Bettchen. Marys Morgen verläuft stets gleich, keine abweichenden Taten beinhaltend: Pünktlich um sieben Uhr krähte Marys Gockel-Wecker. Zu Marys Routine zählte der morgendliche Schlag auf ihren Hinterkopf, weswegen sich eine schmerzhafte Abneigung gegen den Balken, jener schräg ihr Bett überquerte, entwickelte. Mit kleinen Schritten tippte Mary rasch,die zukünftige Beule mit ihrer rechten Hand haltend, die Treppen in die Küche hinunter. Diesen Raum schmückten, wie auch der Rest des Hauses, gut abgestimmte, zueinander harmonische Farbtöne, die jeden, der das Revier der Rodsens betritt, keine Alternative bieten, als einfach fasziniert, sogar neidisch, zu reagieren. Die Dekoration wirkte, mit ihren zahlreichenDie Küche bot einen warmen Beigeton, jener vortrefflich zu der Holzgarnitur, dessen Inhalt 4 Stühle, eine Eckbank und der große Tisch, der sich der Familie zu Zeiten, in denen alle Kinder noch daheim wohnten, als sehr günstig erwies. Der Kochbereich bot eine gigantische Küchenzeile. Jedes Elektronikgerät teuer und wertvoll. Dann nimmt sie ihre Müslischüssel,die Milch, wobei sie diese erst später öffnet, den Löffel mit seinen Blumenmuster am Stiel. Danach nimmt sie an der rechten Breitenseite der Eckbank Platz und greift nach der Milch, die sie nun einschenkt. Wenn sie fertig gegessen hat, je dreimal kauen pro Ladung, wird zuerst die Milch, dann die Haferflocken und zuletzt die Schüssel mit den Löffel aufgeräumt. Beim Anziehen gilt folgende Reihenfolge: BH,Unterhose, jene immer rot sein muss, die weiße Socken, Oberteil, Jeans. Das Zähneputzen gestaltet Mary mit dreimal je Seite kreisen. Genauso und nicht anders schaut ihr tägliches Ritual aus. Ausnahmen nicht erlaubt! So begann Mary auch diesen Tag wie beschrieben. Als sie dann fertig angezogen, bereit zum Aufbruch war, schliefen ihre Eltern zu ihren Glück noch. Leise schlich sie sich, zu Fuß, da ihr Haus kaum 200 Meter von den schulischen Gelände entfernt steht, in die Schule. Lästereien, Andeutungen, Spott und Gelächter begleiteten Mary an ihren Vormittag. Zu hause besserte sich der Tag auch nicht sonderlich. Als ihre Eltern heim kamen, warf ihr Vater Mary vor, wegen ihr konnte er nicht in seine ach so wichtige Arbeit gehen und wenn er nun wegen seiner „unfolgsamenen, frechen“ Tochter gefeuert werden würde, dann müsste sie alles verantworten. Was für ein Schwachsinn! Wegen einmal fehlen, noch dazu mit einen entschuldigenden (arschkriecherischen) Anruf, wirst du nicht gefeuert, alles geliebter Vater! Nun war ihre Mutter an der Reihe: „Was uns deine Lehrerin erzählte...!“ Sie brach in Tränen aus. Ihr Vater streng wie immer und voller Demütigung und Hass auf Mary: „Geh auf deine Zimmer! Kein Abendessen! Ich will dich heute nicht mehr sehen! Ach wenn du nur nie geboren wärst! Uns wär viel Kummer erspart geblieben!“ Die letzten beiden Sätze mehr zu sich gesprochen, dennoch laut genug, damit Mary jeden Laut aus den Munde ihres Vaters vernehmen vermochte. Noch nie wurde ihr so viel Leid angelastet. Ihr eigener Papa! Mit einen abwärts hängenden Kopf schlich Mary traurig wie niemals zuvor in ihr Zimmer. Gewöhnlich, wenn ihre Eltern enttäuscht waren gar weinten, war es gerecht, aber diesmal...Mary wurde schließlich zu Unrecht beschuldigt und bestraft. Sich wehren, schien sinnlos in dieser Situation. Somit blieb Mary keine weitere Möglichkeit, als klein bei zugeben. Erneut strömten Tränen, die sie fest in ihre Bettkissen drückte, sich vorher mit Schwung auf Matratze und Bettwäsche werfend. Doch auch dieser Schmerz verging, wenn auch nur langsam. Des öfteren bekam sie nun solch abwertende Sprüche ans Gesicht geschmissen, damit sie sich dann wieder wundern können, warum ihr Kind so depressiv sei. Doch diese Eltern kümmerten sich sehr um Mary! So schleppten sie das Mädchen, jene sich ohne Erfolg zu weigern versuchte, von einen Psychologen zum nächsten. Mary jedoch wollte ihre eigene, zugegeben schreckliche, Welt für sich behalten. Eins lernte sie in ihren 15 Jahren Lebenserfahrung: Vertraue niemanden, denn keiner wird dir glauben, was du sagst! 16 Jahre Die Kinder spielten Mary noch eine Menge Streiche, stets mit neuen Ideen Tür stellen, Schilder mit der Aufschrift „Ich bring mich gleich um“ auf ihren Rücken, Hustenanfälle, die sich wie „Loser“ anhörten bis zur Verursachung von Brüchen, für die Mary stetig eine weitere Ausrede erfinden musste, wie es passiert sei. Letzteres nur, weil Mary andeutete, wer für den Streich mit den Hustenanfällen verantwortlich war. Wobei die Lehrkraft die Botschaft nicht verstand. Mary kam täglich heulend heim, sofort in ihr Zimmer und dann auf ihr weiches Wasserbett mit den Gesicht in ein Kissen. Keiner bekam etwas von ihren Eltern mit. Wie denn auch! Sie waren in der Arbeit und kamen erst heim, als Mary sich langsam beruhigt hatte und schlief. Wie kannst du nur so naiv sein und denken, dass du irgendwann akzeptiert werden könntest! Du bist als Verlierer geboren und wirst auch so sterben! ...Hoffentlich bald! Dieser Gedanke schwirrte immer öfter in ihren Hirn umher. Ihr Drang nach den Tod wuchs von Gemeinheit, Erniedrigung und Verachtungstaten. Jedoch änderte sich einiges in ihren erbärmlichen Leben! Mary besuchte gerade ein Jahr ihre Hölle in Gestalt der Schule, als sie eine deutliche Veränderung schon beim Betreten des riesigen Schulportal, jenes einst vor vielen Jahren einmal mit ihren gelben Glanz schimmerte, spürte. Jeder bewunderte gern früher diese Pracht. Jetzt jedoch schweifen die Blicke eher von der nun dreckig blauen Tür ab.In Marys Bauchgegend kribbelte es ungewöhnlich stark. Dies konnte keine Aufregung, was sich wohl ihre Schulkameraden als nächstes Ausdenken würden, sein. Dieser Tag sollte sich von den anderen in einen kleinen Detail, das Mary zu den Zeitpunkt, in dem sie auf den kalten braunen Fließen die Schule betrat, noch nicht vermuten, geschweige denn erkennen konnte, unterschied! Alles verlief normal in Marys noch müden Augen. Die Schüler verschiedener Altersgruppen standen in kleinen Gruppen auf den langen Gang verteilt. Einige fuchtelten wild mit ihren Armen, um die wundervoller Ereignisse des letzten Wochenendes mehr Ausdruck zu verleihen, andere suchten verzweifelt in ihren Spinten nach Büchern, während der Rest einfach nur in einer Ecke stand. Die Lehrer eilten hastig von einen zum nächsten Zimmer, teilweise fielen Bücher herunter und mittendrin Mary. Ich verstehe die Leute nicht! Beeilen sich, hetzen durch den Gang, obwohl sie immer wieder beteuern, sie hassen die Schule und wollen nicht dorthin gehen! Die beiden Handlungsweisen widersprechen sich! Gemütlich ohne Eile ihrer täglichen Blamage zu begegnen, schlürft sie den Flur entlang. Auf Grund dieser Gangart, jene Mary zu benutzen pflegt, wird häufig sehr rasch deren Sohle zerrissen, doch Mary macht dies nichts aus, liebte es gar. Die Schüler in Marys Klasse hatten eine schwere Last zu tragen, schließlich mussten sie sich täglich einen neuen Streich ausdenken. Zu Marys Überraschung unterhielten sich ihre Klassenkameraden, keinen Blick ihr würdigend, angeregt, als sie das Zimmer betrat. Etwas misstrauisch blickte sie jeden einzelnen mit fragender Mimik an, wobei sie jedoch keine Antwort in den Gesichtern der Kinder fand. Vielleicht haben sie sich geändert! Mit kleinen langsamen Schritten, als Partner weiterhin, Misstrauen mit sich tragend, in das Zimmer, das sie schon sehr häufig weinend verlassen hatte. Keiner lächelte schelmisch. Ist das möglich? Kann man sich von einen Tag auf den nächsten bessern? Mary glaubte trotz der Hoffnung, alles würde sich wie in einen Märchen zum Guten wenden. Sie klammerte sich krampfhaft daran, dass es möglich sei, dass jeder Mensch vor seiner Geburt von Gott mit den bösen Gen oder guten Puder geduscht wird und man ab diesen Tag nur noch gemein oder eben lieb, je nach Mittel, sein kann. Also wird für jeden, laut ihrer Vorstellung, schon anfangs bestimmt, wie er sein ganzes Leben gestaltet. Nach welchen Kriterien man welches Mittel bekommt, so weit überlegte Mary noch nicht. Nun blieb sie vor ihren Platz in der ersten Reihe neben Norman, einen ekligen, stets beim Reden spuckenden, Jungen, stehen. Sogar IHN akzeptierten alle mehr als sie. Selbst ER spricht kaum ein Wort mit Mary. Sie beäugte noch kurz die Gemeinschaft, die keine war, entdeckte freudig überrascht, dass ihr Stuhl bereits so da stand, sodass Mary sich genau hinsetzen konnte, den Stuhl jedoch auch nicht an den Tisch schieben musste. Der Abstand sah perfekt aus! Sie machte sich dennoch gefasst, auf Dinge wie: Wasser am Stuhl, jemand zieht ihn weg, usw. Doch nichts geschah! Verwunderung schmückte nun ihr Gesicht. Ein breites Strahlen erhellte ihre Lippen. Erstmals fühlte sie, als ob sie dazugehören würde. Luzy, Maria und Mark lächelten sie freundlich an. Vielleicht werden die drei bald deine besten Freunde! Alles schien so unwirklich, so irreal. Mary wollte sich keinen Kopf machen, was wohl passiert sei. Gerade überlegte sie, ob sie denn nicht zu den Dreien gehen sollte. Doch zu spät, der Schulgong ertönte! Was, schon so spät?! Sitze ich so lang oder kam ich so kurz vor acht in die Klasse? Hmm... egal, dann rede ich eben in der großen Pause mit ihnen! Ich freue mich schon! Pünktlich marschierte ihre Mathelehrerin, Frau Minner herein und bat um Ruhe. Sie musste immer betteln, sodass alle ihr zuhören. Folglich besaß sie nicht ein wenig Autorität. Nachdem die Lehrerin versuchte den Schülern beizubringen, wie man Gleichungen löst, verspürte sie das dringende Verlangen, nach mündlichen Noten. So rief sie zielsicher Mary auf. Kein Problem! Wenn Mary etwas konnte, dann war es sicherlich Mathe und die neue Rechenart verstand sie ebenfalls perfekt. So tat sie sich auf, sich von den Stuhl zu erheben. Es funktionierte nicht! Mary kam keinen Zentimeter nach oben! Habe ich so geschwitzt, sodass der Schweiß mich am Stuhl kleben lässt? Nochmal! Sie versuchte es ein zweites, drittes, viertes Mal. Nichts! Ungeduldig starrte Frau Minner an. Wild entschlossen, Mary würde sich nur zieren und Angst haben, gab sie Mary zu verstehen sich zu beeilen. Dank einen heftigen Ruck nach oben, hob sich ihr kleiner Körper ein wenig, doch sofort zog sie etwas wieder zurück. Erst jetzt bemerkte sie die andren, wie sie lachten und auf sie zeigten. Bald fand sie auch heraus, was passierte: Ihr Stuhl klebte am Boden und sie auf den Stuhl! Dies zählte mit Abstand zu den fiesesten Streichen, weil Mary keine Chance bekam, aus den Raum zu laufen. Die Lehrerin starrte sie immer noch an, nur jetzt erboster, da sie nicht ahnte, was Mary aufhielt. Nun befand sich Mary auch in der Lage, dieses vorige Lächeln zu interpretieren. Es sollte keine Freundlichkeit ausdrücken sondern Vorfreude, Schadenfreude! Mary konnte es nicht fassen. Sie war so sauer! Aber nicht auf die anderen Kinder, sondern auf ihre Naivität! Wie nahmst du dir jenes Recht anzunehmen, dass dich jemand....irgendjemand mögen würde!? Als dann Frau Minner die Lippe Marys erzittern sah und in ihren glasigen Augen Verzweiflung erblickte, wurde sie mitfühlend. Nur aus einen anderen Grund. Mary tat ihr Leid, weil sie, so nahm die Lehrerin an, die Aufgaben nicht rechnen konnte. „Mary, probier es einmal! Wir helfen dir doch alle,oder?“ Das letzte richtete sie gegen die restlichen Schüler, die alle scheinheilig artig nickten. Gerade hielt Mary sich so stark, um sich gegen all die Ungerechtigkeit zu wehren, obwohl sie wohl wissend war, dass kaum jemand den Heiligen dieser Klasse, so schätzten die meisten Lehrer so auch Erwachsenen die Schüler ein, solch gemeinen Taten zuzutrauen, als Mary ihr Nachbar, das erste Mal seit ihrer Ankunft in der neuen Klasse, sie an stupste. Ein Brief folgte: Denke nicht einmal dran, du kleines fettes,hässliches Emokind! Wenn nur einen Piep, der uns verraten könnte, aus deinen bescheuerten Maul kommt, dann sehen wir uns gezwungen handgreiflich zu werden! Du kennst diese Erfahrung! Zusätzlich kommt noch, dass niemand dir glauben wird! Also überleg dir deine Worte! Deine lieben Klassenkameraden Ps.: wir wollen nur das Beste für dich! Mary erfasste sofort, zu ihren Glück, wie ernst die Lage schien und verstummte noch ehe sie einen Laut herausbekam. Schnell verstaute sie den Brief, der alles ändern hätte können in ihrer Schultasche, wobei sie Probleme hatte, an ihr Ziel zu kommen. Nach langen Versuchen der Ermutigung auf Seiten Frau Minners gab sie auf, schrieb etwas in ihr kleines rotes Buch, was nichts Gutes bedeuten kann, und rief Susan an die Tafel, die jede Aufgabe rasch und richtig löste. Fast so als ob Mary ihrer Lehrerin eine telepathische Botschaft zukommen lassen wollte, dachte sie bekümmert, schwer atmend: Ach liebe Frau Minner, wenn sie wüssten! Ich hätte diese Rechnungen doch gekonnt, doch meine Kameraden, hindern mich daran! Tapfer versuchte sie die Tränen zurück zuhalten, was ihr auch vortrefflich gelang. In beinah gleich großen Abständen, schaute Frau Minner zu Mary kopfschüttelnd hinüber. Am liebsten wäre es Mary gewesen sich zu melden, alles zu erzählen. Doch dies würde nichts bringen, das erkannte sie. Zugegeben, sie würden bestraft werden, später jedoch werden die anderen noch gemeiner sein, um sich zu rächen. Als dann endlich die Schulglocke erneut ertönte, tauchte das nächste Problem auf: Jetzt hatte Mary Chemie! Somit müsste sie aufstehen und in den Chemiesaal gehen! „Willst du nicht mitkommen!? Hihihi!“ spottete Tina so tuend als wüsste sie nicht von ihren Handycup. Betrübt lenkte Mary ihren Kopf nach unten. Sie wollte so gern in ihrer Peinigerin in die Augen schauen und frech antworten „Hier ist es viel cooler“ oder ähnliches, doch dazu besaß sie zu wenig Schlagfertigkeit und Mut. So blieb sie stumm. Eine dreiviertel Stunde war Mary gefangen bis endlich der Hausmeister das Zimmer betrat und bei ihren Anblick schmunzeln musste. Herr Dandinger kannte die Hintergrundinformationen und so wusste er Bescheid, warum Mary so einsam, verzweifelt die Tafel anstarrend, als ob sie etwas davon lesen müsse, da saß. „Na du, wie is denn so auf deinen Platz? Magst nimmer weg?! Wart mal, ich helf dir!“ Da Mary ihren Retter nicht sah, bevor er zu ihr sprach, zuckte zuerst erschrocken zusammen. Später schaute sie ihn mit großen etwas glücklicheren Augen an. Noch ehe sie die Chance hatte, sich bei den Hausmeister zu bedanken, zog er aus seiner linken Hosentasche ein Werkzeug heraus, das im ersten Moment des Erblickens erstaunlich groß für die Hosentasche erschien. Später war es auch Mary möglich, das Ding zu zuordnen. Ein Extrahobel, normalerweise für Kaugummis gebraucht, doch auch geeignet zum Lösen eines Körpers, wie sich heraus stellte. Nach kurzen, kaum schmerzenden schaben, durfte man Mary wieder in der Welt der freien Menschen zählen. Überglücklich und nicht mehr an solch ein Wunder glaubend, dass jemand ihr helfen würde, sprang sie von den besagten Stuhl, um sich zu vergewissern, ob sie nun aufstehen konnte. Und tatsächlich! „Danke! Sie müssen vom Himmel geschickt worden sein! Von Engeln getragen und ihre Eigenschaften und ihre Anmut lehrend!“ Manchmal flohen solch Ausdrücke von ihren schmalen, fast blassen Lippen, auf jenen Farbe kaum eine Stunde hielt, was das Auftragen sinnlos erscheinen lässt. „Ach keine Bange! Ich bin schon nicht da, um dich zu bestrafen!“ Er verstand die Poesie nicht, besser bei ihn löste sie eine, pessimistisch geäußert, falsche Vision aus. Etwas belustigt über den mangelnden Denkvermögens, umarmte sie, den ihr noch unbekannten Mann. Dieser, völlig überrumpelt, da er ja schließlich nicht alle Tage von einen Mädchen eine solche Geste bekommt, wurde er ein klein wenig rötlich im Gesicht, was bei diesen „harten“ Mann im mittleren Alter eine Bedeutung seiner Gefühlslage darstellte. Nicht dass er in Mary verliebt sei, aber gewisse Sympathien waren vorhanden. Wenn du nun in deine Klasse heute zurückkehrst...nein dass wär zu viel der Blamage! Nicht noch einmal! „Vielen Dank noch einmal! Sie sind wirklich ein sehr netter Mensch! Ich werde mich mal revanchieren....versprochen, aber jetzt muss ich wieder in den Unterricht. Ich hab schon viel verpasst....hoffentlich nicht zu viel! Naja, ich sehe Sie bestimmt wieder...“ „Hey, ich bin Sam! Duze mich doch! Und kein Problem, scheinst nen nettes Mädchen zu sein!“ „Oh, in Ordnung...Herr...äh ich meine Sam! Es tut mir Leid, ich habe kaum Zeit! Auf wiederseh....äh Tschüss!“ „Keinen Stress! Ich muss auch! Tschüss!“ Mary hatte noch gewisse Probleme, ihren Hausmeister zu duzen. Du lügst?! Du hast doch nicht vor, deiner Klasse heute noch einmal unter die Augen zu treten! Ich bin enttäuscht von dir! Mir doch egal! Meinst du ich geh da kurz nach diesen Schwall von Hohn hin?! Nein, ganz sicher nicht! Dann spricht nicht in Gegenwart von.... Sam davon! Wenn du mich anlügst, gut, aber nicht ihn! Er war nett zu dir, darum verdient er solch eine Unverschämtheit nicht! Trotz einiger Unstimmigkeiten der beiden „Ichs“ von Mary, marschierte sie wild entschlossen, zuerst vortäuschend in den Physiksaal zu gehen, dann einen Haken schlagend flüchtig umsehend, raus vor die Haupttür. Das gibt Ärgern wenns jemand rausbekommt, aber das ist mir jetzt egal! Einfach frei sein und...ja wo willst du eigentlich hin? Ins Kino? Allein? Nein! Ich habs! In den Wald! Ja, damit bin ich auch einverstanden! So marschierte sie dorthin. Keiner hier nur ich Blumen, vereinzelt Pilze, die frische Luft, die von den vorhandenen Bäumen produziert wird und....ein Junge??? Was will der hier an MEINEN Ort?! Frag ihn doch! Tatsächlich ein männliches Wesen nahm sich die unverschämte Erlaubnis in IHREN Wald, noch schlimmer IHREN Platz auf den toten Baumstamm, zu setzen. Von dort aus, erblickte sie das Weißdorn zum ersten Mal. „Guten Tag, liebe Mary! Wie steht es mit deinen Wohlbefinden?“ Woher kennt er deinen Namen? Vielleicht hast du ihn schon einmal gesehen? Nein! Sei vorsichtig! Wer weiß, was das für eine Kreatur ist!...Diese Ausdrücksweise...! „Geht dich das was an? Wer bist du denn? Bei einen bin ich mir sicher: Du, wie du dich auch immer nennen magst, bist unhöflich!“ Erst jetzt fiel Mary auf, wie viele Gemeinsamkeiten die beiden hatten: Die Sprache, sowie Marys Größe eher gering ist, hält sich auch die des Junges in Grenzen, soweit Mary dies bei seinen sitzenden Zustand beurteilen vermochte. Beide waren auch mit einer kräftigeren Statur beschenkt. Nur in einen unterschieden sie sich deutlich: Während Marys Haut die eines Clowns glich, konnte sich der Bub durch eine gute Bräune am ganzen Körper erfreuen. Ausgenommen eines Fleckes an seiner rechten Wange, was Mary, obwohl sie eine gute Kinderstube genossen hatte, etwas zu amüsieren schien. „Also ich bin Daniel! Du musst gerade von Höflichkeit und Manieren reden! Selber keine haben und Vorschriften machen!“ Mary wusste worauf er anspielte, genauso wie sie erkannte, dass ihr Lächeln doch nicht nur innerlich von statten kam. Sie entschuldigte sich reuevoll und voller Scham. Plötzlich war sie nicht mehr so böse auf Daniel, setzte sich sogar neben ihn. Sie tauschten ihre beiden Vergangenheit, Ängste und Wünsche aus. Somit erfuhr Mary, dass der neukennengelernte Junge seine weiße Stelle von einer Operation, wegen eines schweren Autounfalls, bei den seine Eltern starben, hatte. Er erzählte ihr auch, dass er die Schule geschmissen hatte, weil seine „Freunde“ ihn in der Schule mobbten. Daniel wurde Mary unheimlich. Es war, als ob sie in einen Spiegel sehen würde, wenn sie Daniel ansah. Als auch Mary ihren Leidensweg berichtete, nahm er ihre Hand zu sich, sanft und behutsam, und versicherte ihr: „Solange wir zusammen sind, kann uns keiner etwas anhaben! Außerdem darfst du nie vergessen: Deine Eltern, wie böse und gemein sie auch sein können, lieben dich tief in ihren Herzen! Nur meist haben sie nicht die Kraft oder Angst dies zu zeigen. Gefühle können eine gefährliche Waffe sein. Du kannst sie einsetzen, um jemanden zu irren. Bei deinen Eltern, nehme ich an, dass sie Angst haben Gefühle zuzulassen. Wer sie nämlich zeigt, muss mit den Risiko leben, verletzt zu werden.“ Mary, vollkommen beeindruckt und überrascht, nickte zögernd, noch nicht alles verstehend. Schnell sag was! Nur was? Hmm....ich habs! „Ähm, hast du das Weißdorn schon entdeckt? Es ist einfach bezaubernd schön!“ Was redest du da?! Ein besseres Thema ist dir nicht eingefallen? Na toll, der wird sich jetzt auch seinen Teil denken! „Oh ja, er strahlt eine faszinierende Anmut und Eleganz aus! Ja, er ist mir nicht unbekannt!“ Er mag die Blume auch! Oder er will dich nur um seinen Finger wickeln? „Ich muss mich leider entschuldigen, denn ich bin gezwungen, mich auf den Heimweg zu machen. Dennoch würde ich mich sehr freuen, dich wieder zu sehen. Ich denke wir haben einige Gemeinsamkeiten!“ „Klar, ich muss auch heim! Vielleicht kann ich es nach der Schule....so gegen eins einrichten...aber ich kann nichts versprechen!“ Seit der Anwesenheit des Jungen, entwickelte Mary eine gewisse Arroganz, die sie etwas störte, sie sogar versuchte, einzudämmen. Sie erfüllte den Zweck keine Hoffnungen gar Vertrautheit gegenüber des Fremden aufzubauen, wobei sie sich nichts sehnlichster wünschte, als genau diese Gefühle zuzulassen. Er nickte sehr erfreut auf ihre Antwort, voller kribbelnder Aufregung auf den nächsten Tag. Schneller, als Mary einen Menschen jemals verschwinden sah, eilte er in Richtung Waldmitte, was Mary verunsicherte, da ihr nicht bekannt war, dass dort ein Haus steht. Sie baute jedoch in diesen paar Minuten eine solch vertrauenserweckende Basis auf, sodass Mary sich nicht weiter Gedanken machen wollte. Er ist in dich verliebt! Nein, Daniel ist einfach nur nett zu mir! Und seine Art sich auszudrücken....herrlich! Ach wenn nur die Zeit schneller verrinnen würde! Durch Marys momentane Sichtweise erstrahlten Daniels Augen in einen bezaubernden blau,um genauer zu sein: Azurblau! Etwas unnatürlich, aber das störte Mary nicht im geringsten. Wie träumerisch und dennoch voller Pläne, die Welt zu verbessern, zog er Mary an. Sein Gesicht, absolut symmetrisch. Wenn sie nur an diese göttliche Gestalt dachte, kam ein Schauder hervor, doch nicht vor Ekel, sondern, vor Bewunderung und Demut gegenüber Daniel. Ihr Gesicht ließ ein, bisher unbekanntes, Strahlen hervor. Nun du könntest mal heim gehen! Wieso, wer erwartet mich denn schon?! Meine Eltern arbeiten doch noch! Ohne Eile, stetig an ihre Bekanntschaft denkend, die Welt mit all ihren Problemen und Gemeinheiten einfach vergessend, spazierte Mary, immer wieder auf die Seite sehend, sodass sie die Natur bewundern konnte, langsam den langen Waldweg entlang. Auf einmal strahlte die ganze Welt um Mary herum anders....wundervoller. Eigentlich streckt sich der Pfad nur 100 Meter, da Mary jedoch einen bewussten Umweg nahm, benötigte sie 2 Stunden. Wieder in ihren vier Wänden angekommen, packte sie schnell ihren Laptop und loggte sich ins Internet ein. Vielleicht finde ich Daten über den „Weißdorn“! Willst du ihn etwas beeindrucken diesen...wie heißt er nochmal...ach ja Daniel? Und wenn? Na und! Auf einer Seite, die Google für sie heraussuchte, stand ein informationsreicher Text über diese Pflanze. Rasch und voller Wissbegierde laß sie ihn durch. Erst spät abends kehrten ihre Eltern von der Arbeit zurück. Als Mary gerade einschlafen wollte, riss ihr Vater, nach einen kurzen Telefongespräch, die Tür mit einer schnellen Bewegung auf. Mary schreckte nach oben und sah fassungslos ihren Papa an. „Musst du jedes mal uns Ärger bereiten?! Ich habe soeben mit deiner Mathelehrerin ein ernstes Wort gesprochen. Du hast das Vorrechnen an der Tafel verweigert, sodass sie dir eine 6....stell dir vor...eine 6 eintragen musste. Du sagst zu uns immer, wenn wir dich fragen, ob du Nachhilfe brauchst, dass du den Stoff beherrscht! Von wegen....“ Ihr Vater schimpfte noch eine ganze Zeit, als Rückendeckung seine Frau, die von Zeit zu Zeit zustimmend nickte, doch Mary ignorierte ihn einfach. Mal nickte sie einsichtig, dann brachte sie ein schuldbewusstes „Hmh“ heraus. Dieser Beitrag zu Kommunikation jedoch ohne einer Ahnung, was ihr Gesprächspartner von sich gab. Ihre Gedanken schwebten bei Daniel. Als dann ihr Vater wütend die Tür wieder zuknallte, wusste Mary Bescheid: Seine Predigt war vorbei! Müde und vollkommen erschöpft legte sich Mary in ihr Bett. Noch lange schwirrte der geheimnisvolle Daniel in ihren Kopf. Plötzlich, kurz bevor sie in die Welt der Träume einzutauchen drohte, fiel ihr ein Lied ein, an das sie sich bis zu den Zeitpunkt entfallen war. Ein Song, den Mary wie keinen anderen verabscheute. Vielleicht weil sie sich nie in der Lage befand, nachvollziehen, wie man es einmal fühlen kann, dass überall Liebe sei. Mary bekam kaum Liebe zu Gesicht und wenn, dann war sie nicht für Mary bestimmt. Der Ohrwurm lautete „Love is all around“. Leise, sodass niemand sie hören konnte. Nur sie selbst und, so stellte Mary es sich vor, Daniel kann sie verstehen. „I feel it in my fingers, I feel it in my tooth, the love is all around me and so the feeling grows...“ Ruhig und zufrieden versank Mary in einen ruhigen, aber traumlosen Schlaf. Daniel und Mary trafen sich jeden Tag um 1 Uhr nach der Schule. Ihre Verbundenheit entwickelte sich zu einer wahren Liebe. Sie konnten sich alles gegeneinander anvertrauen. Ängste,Sorgen zu teilen, half Mary ungemein. Wenn sie jemand ärgerte, machte es ihr kaum etwas aus. Schließlich hatte sie ihren Daniel, bei den sie wieder abschalten kann und auf den sie sich täglich freuen konnte. Eines morgens wachte Mary nur ein paar Sekunden vor den Krähen des Weckers auf, sprang aus ihren Schlafmöbel und, zu ihrer selbst Überraschung, gestaltete sie ihren Morgen anders als sonst immer. Zum Beispiel richtete sie den Löffel vor der Schüssel hin. Eine Veränderung spielte sich bei Mary ab. Schon in den Moment, als ihr Vater sie am vorigen Tage schimpfte und es ihr nichts ausmachte, spürte sie die Entwicklung bereits. Ach wenn es doch schon Nachmittag wäre! Mit gemischten Gefühlen, einerseits Vorfreude andererseits Angst vor den Mitschülern, schlich sie an den Schlafzimmer ihrer Eltern leise, um sie nicht zu wecken, vorbei zur Wohnungstür. Obwohl der Regen in einer großen Anzahl von kleinen, dennoch intensiven, Tropfen auf Marys Körper herab fiel, weil sie keinen Regenschirm in ihren momentanen Besitz hatte, erschien die Welt um sie herum heiter bis zu gar fröhlich. Die sonst so pessimistisch Denkende bummelte gemütlich grinsend durch die Gassen. Im Prinzip hätte sie über die Straße gehen müssen und schon wäre Mary an ihren Ziel, doch völlig in der Euphorie, die das neue Leben mit sich brachte, dass alles nun sich zum Guten wenden würde, ließ sie die Welt um sich vergessen. Gleich einen schönen Märchen, vergaß sie alles um sich herum, wobei sie ihre kleinen Füßchen die Entscheidungskraft übergab, welchen Weg sie wählen wollen.Es verstrich kaum Zeit, als Mary unsanft aus ihren Gedanken durch einen ungewöhnlich großen Regentropfen aufgeweckt wurde. Verschreckt blickte sie sich nach allen Seiten um. Bäume? Was mach ich hier?! Ich bin im Wald! Mary hatte keine Gelegenheit, den Schock zu realisieren. Plötzlich, ganz unerwartet, vernahm Mary ein Rascheln im Geäst. Wer treibt denn um diese Uhrzeit schon sein Unwesen hier? Kinder können es nicht sein, die sind in der Schule! Wieso? Du bist doch auch nicht dort! Klappe! Dann muss es ein....Erwachsener sein! Gut kombiniert! Mann, bist du dumm! OHO, ein ERWACHSENER! „Verarsch mich nicht!“ „Würde ich mir nie erlauben mein Engelchen!“ Den Augenblick auskostend, was er mit seiner Gangart zeigte, schlenderte Daniel aus den Gebüsch, in der Meinung, sie habe mit ihm geredet. So, jetzt denkt er, dass du verrückt bist ! Dann lass dir mal was einfallen! Engelchen!!! Er hat mich Engelchen genannt!!!!! Mary brauchte kurze Zeit um sich wieder zu fangen. „Ähm....oh....ja....ich....es freut mich sehr, dass du mich nicht veralbern würdest.“ Veralbern!? Was redest du da?! Natürlich entging ihm ihre Verwirrung nicht, doch er wusste, wie sich ein Gentleman sich zu verhalten hat und so schenkte er ihr ein beruhigendes Lächeln ausdrückend, dass er alles an Mary lieben würde. Gibt es doch Liebe auf den ersten Blick? Kann jemand Seelenverwandt sein? Sie waren sich so verschieden und dennoch so gleich. Dies faszinierte Mary sehr. So sehr, dass kaum mehr Zweifel an der Liebenswürdigkeit Daniels blieb. Mary bemerkte, dass er sie verträumt ansah, was sie verunsicherte, somit fragte sie schnell: „Was machst du so früh hier?“ Kurze Pause. „Oh... das hast du mir ja gestern erzählt! Pardon! Was machst du eigentlich...ich mein als Arbeit?“ „Ich habe nur eine Berufung: Dich glücklich zu machen!“ Mary wurde rot und es kam ihr ein kleines Schmunzeln aus. Sie setzten sich auf ihren Stammplatz und er nahm abermals sachte ihre Hand zu sich, drehte seinen Körper in Richtung seiner Angebeteten. „Du bist einfach wunderbar! Ich empfinde in deiner Nähe eine unglaubliche Wärme und Liebe, die sonst nirgends besteht! Mir fehlen bei dir die Worte! Du bist die Liebe meines Lebens. Ohne dich existiere ich nicht mehr!“ Mary wusste nicht was sie erwidern sollte. „Mir hat noch nie ein Mensch solch schöne Worte entgegengebracht. Das Lied „Das Beste“ von Silbermond erlangt durch dich eine neue Bedeutung. Du veränderst mich zum Guten. Ich habe dir doch von meinen morgendlichen Ritual erzählt! Hab es durch dich durchbrochen! Wenn meine Eltern oder meine Klassenkameraden mich beleidigen, dann ist es mir egal, solange ich dich wieder sehen kann! Du bist mein Lebensinhalt.“ Diese Worte erwartete Daniel nicht. Umso mehr erfreute es ihn. Er zeigte seine kleinen Grübchen, die sich jedes Mal zeichneten, wenn er seinen weißen Zähnen einen Ausblick in die unbekannte Welt erlaubt. Sofort bekam Mary wieder dieses Herzklopfen. Es trat immer auf, wenn sie Daniel ansah. Beide wussten sicher, dass jenes, was sie sagen, richtig und aufrichtig sei. Obwohl sie sich liebten, kam es nie zu einen Kuss oder gar zum Sex. Mary fühlte sich noch nicht so weit, wobei Daniel nie versuchte sie zu überrumpeln. Wieder ein Fakt, den ihn für sie perfekt werden ließ. Manchmal fühlte sich die ganze Situation unecht gar wie ein Traum an, aus den Mary nie aufwachen wollte. Sicherlich, war sie der Ansicht, kann kein noch so schöner Traum so lange dauern, sodass sie folgerte, dass es einfach real sein MUSS. Eines Tages jedoch sollte sich alles ändern. Die Lebenseinstellung Daniels, die heile vollkommene Welt der beiden und vor allem all die Freude in Marys Leben. Im Prinzip fing alles relativ normal und harmlos an. Mary machte sich still für die „Schule“, die sie schon eine längere Zeit nicht zu Gesicht bekam, fertig. Sie schminkte sich stolz, ihren eigenen Stil herausgefunden zu haben, mit einen hellroten Lippenstift, bedeckte diesen zusätzlich mit ihren Abdeckstift, sodass die Farbe nicht zu auffällig und angeschmiert wirkt. Dann puderte sie ihre Wangen und ihre Nase, wobei sie auf den Wangen etwas Rouge schmierte. So, perfekt! Wie vielleicht bereits annehmbar, hatte Mary auch heute nicht die Absicht in die Schule zu gehen. Schließlich taten sich wichtigere Dinge seit einen Monat auf: Daniel! Bei den meisten Paaren löst das tägliche Sehen die baldige Trennung aus, auf Grund der Routine, die folgt. Bei Mary und ihren Freund, richtig sie sind seit 2 Wochen zusammen, schweißte jene Häufigkeit sie nur noch mehr aneinander. Ein Tag ohne den anderen, kaum vorstellbar. So bog sie knapp um die Schule herum einen enge Kurve in Richtung Waldstück. Wen wohl dieses Forst gehören wird? Scheiß drauf! Nichts hatte sich verändert. Jeder Baum stand wie immer an seinen Platz. Und das allerwichtigste: ER wartete auf sie. In den Monat, das sie sich kennen, leistete sich Daniel nie eine Verspätung. Er hockte stets mit einen Strauß verschiedener Blumenarten, dennoch nie Nelken oder der gleichen darunter, auf den gleichen Baumstamm, lächelte erfreut, wenn er sie zu Gesicht bekam und stand auf, um sich vor ihr zu verbeugen. Erstmals, als er dies tat, fühlte sich Mary von ihm verspottet, doch sehr bald erkannte sie, dass alles, was er für sie machte, aus tiefsten Herzen heraus passierte. Kann ein Mensch soviel Liebe und Aufmerksamkeit ernst meinen? Die Frage stellt sich Mary allzu oft und kam letzten endlich zu der Überzeugung, dass dies alles, die Wärme, Liebe,.... nicht aus Berechnung und reiner Spekulation auf sein eigens Wohl geschah. Nur eins störte Mary ein wenig. Er umarmte sie nie, geschweige denn schenkte er ihr einen Kuss. Eins kam ihr ebenfalls merkwürdig vor: Sie vergaß stets die Blumen, jene er ihr schenkte im Wald, wie zerstreut ihre Art eben war, dennoch befanden sich nirgends die verlorenen Dinger. Aber dies alles schwirrte nicht lange in Mary Kopf. Für nur solch lückenhafte und sicherlich leicht erklärbare Zufälle, wie Mary es sich einredete, sollte solch ein Paar nicht auseinander gebracht werden. „Es scheint, als würde es heute ein schöner Tag werden! Wie wirst du ihn gestalten? Habe ich die Ehre, bei dir diesen Morgen zu verbringen, oder ziehst du es vor zu lernen? Natürlich würde ich mich freuen, wenn du bei mir bleiben würdest, aber falls du lieber die Bank drücken möchtest.....“ „Nein, nein! Was ist denn das für eine Frage?! Ich bleibe doch bei dir, mein....“ Mary wusste nicht wie sie ihn nennen sollte. Schatz? Spatz? „...mein Romeo!“ ROMEO? Geht’s noch?! Doch er verstand, wie Mary auf den Namen kam und schmunzelte stolz. Die beiden wussten sich so vieles zu erzählen, sodass ihnen nie langweilig wurde, womit Unternehmungen überflüssig wurden. Sie diskutierten über Politik, wobei diskutieren ein schlechter Ausdruck war, da beide immer der gleichen Meinung waren. Sie erzählten sich Witze, lachten lauthals miteinander, da sie den gleichen trockenen Humor besaßen, schwärmten voneinander, dichteten,... Die Sonne strahlte ihnen warm ins Gesicht, als ob sie sich für dies wunderbare Paar freuen würde und die Vögel interpretierten ab und an ein harmonisches Liebeslied, so kam es den beiden zumindest vor. Der Waldboden, mit samt seiner schillernden Farbenpracht und seinen, nun in einen neuen grün erstrahlenden, Boden bot eine romantische Atmosphäre. Doch wie immer, so auch an diesen Tag, hatte die Zeit ihren Einwand und so verging sie viel zu schnell für Verliebte wie Mary und Daniel. Mit Wehmut, aber auch Vorfreude, verabschiedeten sie sich. Noch häufig sehnsüchtig umschauend verließ sie Daniel, der seinen Platz noch immer nicht verlassen hatte und ihr zuwinkte. Seit sie Daniel kannte, verschwendete sie keinen Gedanken mehr an Selbstmorde. Wenn sie jetzt einen begehen würde, wäre es in ihren Augen egoistisch und feige. Schließlich würde sie dann einen trauernden Daniel zurücklassen, was sie nicht verantworten wollte. Niemand kann uns auseinander bringen! Wobei sich Mary furchtbar irrte! Im Pferdchengalopp sprang sie heim. Als sie die Tür aufsperrte, hörte sie schon eine Stimme aus der Küche ihrer Wohnung laut schimpfend: „Wenn dieses Kind nach hause kommt dann....dann kann sie was erleben! Die soll sich nur trauen hineinzugehen!“ Was ist denn nun schon wieder los? Vater ist von der Arbeit schon daheim???? Das klingt nach sehr großen Schwierigkeiten für MICH! Kehr wieder um! Nein, das bringts doch nicht! Mutig, dennoch mit einen flauen Gefühl im Magen, betrat sie die Wohnung. Sofort kam ihr der aufgebrachte Mann entgegen: „WAS FÄLLT DIR EIN! UNS BELÜGEN, ERZÄHLEN ALLES HÄTTE SICH ZUM GUTEN GEWENDET! DEINE SCHULE HAT ANGERUFEN! WAHRSCHEINLICH KANNST DU DIR DENKEN WARUM, ODER ETWA NICHT!? DU VERDAMMTES KIND! SCHWÄNZT DIE SCHULE! ICH KANN ES NICHT FASSEN! DIR GEHÖRT EINE ORDENTLICHE TRACHT PRÜGEL, DASS DU DEIN VERGEHEN VERSTEHST!“ Ihr Papa schrie sie wie noch nie so an, sodass Mary weder eine Möglichkeit hatte sich zu rechtfertigen noch klar zu denken. „WAS SOLL ICH DEINER MEINUNG NACH MACHEN?“ Mary wussten, dass dies keine ernst gemeinte Frage und so blieb sie lieber stumm und wartete gespannt, was als nächstes kommen mag. „DU MEINST DOCH NICHT IM ERNST, DASS ICH DICH DIESMAL EINFACH SO DAVONKOMMEN LASSEN WERDE? WAS HAST DU EIGENTLICH DIR GANZE ZEIT GEMACHT? Sie wollte ihm sagen: Paps, ich habe mich mit meinen Freund getroffen! Er ist so wundervoll,.... aber diesen Triumph, diese Freude gönnte Mary ihm aus unerklärlichen Gründen nicht. Stille.„GUT, DU WILLST ALSO NICHT MIT MIR REDEN! DANN BLEIBT MIR KEINE ANDERE WAHL, ALS DIR HAUSARREST FÜR...EINEN MONAT ZU GEBEN! KEIN BESUCH,WAS BEI DIR JA KEINE STRAFE IST. SOFORT NACH DER SCHULE, WO DU AB MORGEN WIEDER HINGEHEN WIRST, UM ALLES IN ÜBERSTUNDEN WIEDER NACHZUHOLEN, GEHST DU NACH HAUSE! ICH SAGE DEINER LEHRERIN, DASS SIE AUF DICH ACHTEN SOLL, DAMIT DU ALLE ABMACHUNGEN EINHÄLTST! SO GEHE IN DEIN ZIMMER!“ Bei den Wort „Abmachung“ musst Mary sich ein hysterisches Lachen verkneifen. Bei einer Abmachung, mein geehrter Herr Papa müssen beide Seiten übereinstimmen! Noch ohne zu realisieren, welche Strafe nun auf sie zukommt, schlich Mary in ihr Zimmer. Erst dort dämmerte es ihr. Kein Daniel... ein ganzes Monat!!! Zum ersten Mal seit der Zeit mit ihm kullerten ihr wieder Tränen herunter. Diese unterschieden sich jedoch in ihrer Bedeutung. Dieses Mal schlängelten sie ihren Weg nicht vor Enttäuschung oder Selbstmitleid, sondern vor eindeutiger Sehnsucht. Jeden Morgen hatte sie die Möglichkeit neben Daniel zu sitzen, über die Welt nachzudenken, ihn anzuhimmel, seine liebevollen Worte zu hören und einfach und allein seine Nähe zu spüren. Was wird er wohl morgen denken, warum ich nicht da sein werde? Wahrscheinlich wird er froh sein dich los zu haben! Nein, das glaube ich nicht! Er wird traurig und enttäuscht sein und sich an allen die Schuld geben! Hoffentlich weint er nicht! Nun, so alleine und die Chance über all das nachzudenken besitzend, kam Mary etwas, was sie nie richtig wahrnehmen wollte: Sie wusste nichts über ihn! Wo er wohnte, wie er mit vollen Namen hieß, seine Telefonnummer,.... nichts! Diese Tatsache brachte Mary dazu, noch mehr zu grübeln. Die Informationen hätten ihr in dieser Situation geholfen, denn mit seiner Nummer könnte sie ihn anrufen, um ihn alles zu erklären. Doch, so dachte Mary, hilft es kaum etwas, in der Wenn-Dann-Welt zu leben und alles, was man in der Vergangenheit getan hat, bereuen. Jede Tat hat einen Sinn. In Gedanken versunken betrachtete sie die Zimmerdecke, auf den Rücken liegend. Sie hatte sich nicht sonderlich verändert, was Mary weder störte noch wunderte. Sie starrte immer noch ein lebensechtes Orlando Bloom Poster an, wenn sie an die Decke starrte. Gerade drohte sie in den ersten, und somit tiefsten, Schlaf zu versinken, als sie ein leises , dennoch eindringliches Klopfen wieder in die Welt der Wachen brachte. In Marys Augen funkelte der blanke Schrecken. Wer kann das sein? Wie man es schon oft bei Sterbenden, die ihrem Ende in letzter Sekunde entkommen konnte, gehört hat, dass das ganze Leben mit seinen schlechten und guten Seiten an einen wie eine Art Film vorbeirast, so ging es Mary, nur war es eben nicht ihr Leben, sondern aber tausende Horrorfilm, von denen sie gehört gar schon einmal angesehen hatte. Schnell sprang sie mir einen Satz aus den Bett. Auf ihren Laminatboden mit beiden Füßen aufkommend und kampfbereit die Fäuste hebend, platzierte sie ihren Körper mit festen Stand. Nach einen hastigen Blick nach allen Seiten durfte Mary eine, ihr wohl bekannte, Person am Fenster begrüßen. Daniel, der auf einer Leiter ganz altmodisch in ihr Fenster blickte. Voller Tatendrang und mit den dringenden Bedürfnis ihm die Geschichte, die sich am späten Nachmittag abspielte, anzuvertrauen, stürmte sie an die Wandöffnung im Norden, um das Fenster zu öffnen und den Gast gewähren zu lassen. Marys Raum galt wegen der Platzierung des einzigen Fenster, als ungünstigstes Zimmer in ihrer Wohnung. Positiv überrascht ließ sie den Besuch kaum eintreten, als sie auch schon neugierig wissen wollte: „Was machst du denn so spät hier? Woher weißt du wo ich wohne?“ „Sollte ich wieder gehen?“ fragte er sichtlich nicht ernst gemeint. „Nein, um Gottes Willen, nein!“ „Ich habe gespürt, dass etwas nicht bei dir stimmt! Du hast geweint! Wegen deinen Vater?“ Mary, also entweder er ist ein Stalker oder er hat deine Gefühle und die Situation gespürt! Also ich bin für die zweite Version! Verblüfft starrte Mary Daniel mit offenen Mund an. Als sie die ungewollte Position ihres Mundes bemerkte, schaute sie jedoch verschämt zur Seite. „Nun, wenn du willst, könntest du mir den Streit detailliert berichten. Es würde mich sehr interessieren.“ So erklärte Mary ihm von den Geschrei, das von der Küche herausragen, von den Anschuldigungen, die auch stimmten, davon, dass sie sich äußerst eingeschüchtert fühlte und letzten endlich auch von der Strafe mit den danach folgenden Tränen. Dies alles lauschte Daniel mit großer Neugier, Teilnahme und insbesondere einer Nachdenklichkeit, was nun zu machen sei. Beiden war klar: Nichts würde mehr so sein wie früher. Entweder sie mussten etwas dagegen unternehmen oder sich den Urteil des Vaters beugen. Das Paar wurde sich schnell einig: Eine Lösung muss her. So kletterten sie die Leiter hinunter, wobei Daniel zuerst ging, um dann seiner Freundin beim hinab steigen helfen zu können. Zu ihren beiden Glück lag Marys Haus ziemlich zentral, womit sie nicht lange benötigten, um in den Wald zu gelangen. Wenn deine Eltern bemerkten, dass du weg bist, dann bist du dran! Egal! Ich bin bei Daniel und das ist das einzig Wichtige, das zählt! „Hast du eine Idee?“ fragt er MARY, die Person, die am meisten Probleme mit Entscheidungen hat und somit auch keine Einfälle kamen. „Hmm, nein noch nicht!“ und es wird auch keiner nachkommen! Grübelnd standen sie nebeneinander, nicht auf die Möglichkeit kommen wollend, sich zu setzen. Immer wieder riskierte Mary einen Blick zu ihren Nachbarn, der tief in sich selbst versunken war, um zu überprüfen, ob ihm schon etwas in den Kopf kreisen würde. Doch sie konnte keine Regung seines Gesichtes erkennen. Es strahlte weder Traurigkeit noch ein anderes Gefühl aus. Ohne Gestik und Mimik stand er da mit seinen Zeigefinger am Kinn. Mary gab schon längst auf, sich Gedanken zu machen, als plötzlich Daniel seinen starren Blick verlor und zu erkennen gab, dass ihm eine Lösung gekommen sei. Mary und Daniel waren Seelenverwandte. Wenn sie eine Liste mit ihren Gemeinsamkeiten aufschreiben würden, wäre die Welt mit diesen Aufzählungen komplett bedeckt. Beide spielten Gitarre, sangen gern, hörten Rock, nur keinen Hip Hop, ihre Lieblingsfarbe war blau.... Er hatte dunkle kurze Haare, wobei jedoch sein Pony schräg über seine Augen hing. Seine großen blau-grünen Augen strahlten Liebe und Wärme aus. Er war einfach perfekt für Mary. Er war romantisch, einfühlsam, rücksichtsvoll, jedoch liebte er die selbe Sache wie sie Mary eine lange Zeit mochte. Tief in seinen Inneren, was Mary noch nicht sehen konnte, hatte er eine Vorliebe, die er sich nie allein traute: einen Selbstmord begehen und das nicht allein! Die Lage war grandios! „Nein, es ist eine furchtbare Idee. Ich schäme mich so sehr dafür!“ „Sag es mir trotzdem! Ich bin mir sicher, so schlecht kann dein Vorschlag nicht sein!“ Sie bettelte ihn noch eine Weile an, bis er sein gespieltes Zögern unterbrach: „Es wäre doch unwahrscheinlich romantisch sich zusammen von den Klippen zu werfen. Du und ich, vereint bis zum Tode!“ Sie war auf so einiges gefasst, aber dies erwartete sie beim besten Willen nicht. Er hat recht! Daniel ist der einzige und wird es auch bleiben, mit den du dich verbunden fühlst! Stell dir vor ihr trennt euch, kann ja sein, dann bist du allein und hast ihn verloren. Wenn du aber mit ihm springst, könnt ihr euch nicht verlieren. Für immer und ewig zusammen. Er hat nicht die Möglichkeit dich zu verletzen und du auch nicht! Aber dann bin ich tot! Diese Tat kann ich nicht rückgängig machen! Oh nein! Nichts ist so schlimm, um sich umzubringen!Ach, ganz neue Worte! Vor einen Monat hat sich das noch anderes angehört! Darf ich dich erinnern, dass du zahlreiche Selbstmordversuche hinter dir hast?! Bei ihnen hast du dich auch nicht gekümmert, was danach sein wird! Wär ja auch sinnlos! Stimmt!„Mary? Wie gesagt, es bleibt nur ein Vorschlag ich bin dir nicht sauer, falls du nicht für immer mit mir zusammen sein willst!“ Irgendwie klangen diese Worte in Marys Ohren, als ob sie die Tatsachen verdrehen wollten. Einerseits verständnisvoll, aber auch anklagend. Nein, das bildest du dir nur ein! Natürlich du bist durcheinander und nun kannst du nicht klar denken! „Ich sage dir morgen Bescheid!“ „Nein, das ist zu spät! Was ist wenn deine Eltern deine Abwesenheit bemerkt haben und dich einsperren? Nein, es muss heute, so früh wie auch nur möglich passieren.“ Seine Stimme drückte kaum mehr die Sänfte von früher aus. Jetzt war sie kalt und bestimmend. Zielgerichtet. Besessen. Der hat es aber eilig! Es ist ihn eben wichtig! „Also ich habe nicht vor noch weiter auf solch einer schrecklich ungerechten Welt zu Leben.“ Mit diesen Satz machte er deutlich, was ihn die ganzen Jahre über beschäftigte und nun zum Ausbruch kam. Mary himmelte Daniel zu viel an, als dass sie ihn abermals widersprechen vermochte und so nickte sie zuerst langsam, dann immer entschiedener und sicherer. Sorgfältig planten die beiden ihre „Befreiung“, wie sie die Mission nannten. Niemand, so kam es ihnen vor, hatte die Kraft noch die Macht sie aufzuhalten. Abgesehen davon. Keiner wusste, gar konnte die geplante Tat ahnen.Acht Stunden, die ihnen wie zwei vorkamen, beanspruchten sie für ihren gemeinsamen Selbstmord, als Mary verwundert zum Himmel hinauf blickte, wusste sie haargenau wo wohl Osten liegt. Die Sonne ging langsam auf. Marys momentanes Feeling bewegte sie fast wieder umzukkehren. Der Sonnenaufgang: Mit ihm beginnt ein neuer Tag. Neue Gelegenheiten tun sich auf. Somit steht dieses stetig wiederholende Ritual auch für einen Neuanfang oder neuen Chancen, sein Leben zu verbessern. Doch wenn sie in die Augen ihres Freundes sah, wusste sie, dass sie ihn nicht allein lassen durfte. Er würde sicher springen, da war sich Mary so sicher wie noch nie und ohne ihn zu Leben, wäre unvorstellbar gewesen. So folgte sie ihm wie ein Hund treu seinen Herrchen untergeben war. Immer wieder warf er ihr ein aufmunterndes Lächeln nach hinten. „Wir beide schaffen es! Und dann...dann kann uns niemand mehr etwas an haben! Hast du gehört, Mary? Wir beide und kein anderer wird da sein, wohin wir kommen!“ Ja genau, Mary, was erwartet dich nach den Sturz? Schmerzen, falls er misslingt, das kann ich dir garantieren, aber was geschied nach euren Tod? Hmm? Ich weiß es nicht! Dann frag doch deinen lieben Freund! Nein, ich will nicht zweifeln an ihm! Es würde ihn verärgern! Du hast Angst!
Epilog Zwei Wochen nach den Verschwinden ihrer Tochter statteten die Rodsens der Polizei einen Besuch ab. Dies jedoch auch nur, weil ihre Nachbarn tuschelten und die Schule sich wegen des wiederholten Fehlen am Unterricht beschwerte. Wie meist übernahm Herr Rodsen das Reden: „Guten Tag, wir wollen unsere Tochter als vermisst erklären.“ erklärte er mit schnippischen Ton. „Seit wann wird sie vermisst?“ „Zwei, drei Wochen!“ Der Polizeiwachmann erkannte deutlich, dass es besser für ihn sei, wenn er den Mann nicht darauf aufmerksam macht, dass dies eine lange Zeit sei. Ohne auf eine Erwiderung zu warten beschrieb er seine Tochter: „Wollen sie nicht wissen wie sie aussieht?! Nun, ich sag es ihnen einfach! Sie wiegt 70 kg...notieren sie dick! 1,55 m klein, kurzes Straßenköterblond, beinahe grau. Einen runden Schweinskopf, schwarzer Pullover, schon abgetragen und dann noch eine hässliche blaue Levis Jeans. Wissen Sie, es gibt so viele schöne Exemplare und sie kauft sich das unschönste Stück! Die Leute dachten sicherlich, dass wir uns nicht leisten können....was selbstverständlich nicht so ist!“ Er gab den Beamten ein aktuelles Bild von Mary. Als dieser es in die Finger bekam, wurden seine Augen vor Überraschung größer. So hässlich ist sie doch nicht! Hmm! „Gut, wir werden dies zu einer Anzeige bringen. Auf Wiedersehen!“ „Ja, machen Sie das! Aber nur keine Eile, ja? Auf Wiedersehen!“ Stolz betrachtete das Ehepaar diesen Punkt zufrieden als erledigt, wobei sie einen zweiten Punkt abhakten: Mary! Weitere Zwei Wochen vergingen bis sie die Leiche des Mädchens fanden. Sogar erfahrene Polizisten, schreckten bei ihren Anblick zurück. Jeden, der sie zu Gesicht bekam, wurde leicht übel. Überall am ganzen Körper Blut und an manchen Stellen hatten sich Tiere zu schaffen gemacht. Einen Tag darauf wurde den Eltern der Abschiedsbrief ausgehändigt. Ihre Schwester, Kimberly las ihn laut vor: Liebe Eltern, liebe Schwestern und wer das sonst noch lesen wird, wenn ihr dies vor euren Gesicht habt, werde ich an einen schöneren Ort sein. Ihr werdet mich los haben! So traurig, das auch klingen mag, aber es ist war und unleugbar: Ihr werdet äußerlich trauern, innerlich jedoch werdet ihr euch freuen. Zuerst zu euch, meinen Eltern: Ich hasse euch, dafür, dass ihr mich nicht vor der bösen Welt beschützt habt. Ich verachte euch dafür, dass ihr mich nie so akzeptiert habt, wie ich eben bin! Ihr hättet mir zumindest neuen Mut machen können, anstatt mich als „missraten“ und „unerwünscht“ zu bezeichnen! Ich hasse euch, weil ihr mir nie zugehört habt, wenn ich einmal etwas auf den Herzen hatte. Ich hasse euch, weil ihr mich immer wieder mit anderen Leuten verglichen habt! Ich bin...war meine eigene individuelle Person! Vater, keiner hat dich gezwungen mir ein Dach über den Kopf zu geben! Ach doch...denn was würden wohl die Nachbarn sonst denken!? Ach übrigens ich hatte einen Freund, Daniel. Er war wundervoll. Er gab mir das, was ihr mir nicht geben konntet. Die Liebe! Nicht die eines Mannes, dennoch eine wichtige Zuneigung, die Geborgenheit, Sicherheit und vor allem Verständnis für jene Sachen, die ich mache. Ich war glücklich bis zu meinen gemeinsamen Tod mit ihm! Bei ihm war ich auch, als ich die Schule schwänzte. Diese Tatsache verschwieg ich vor dir, weil ich dir diesen Triumph, dieses Glück nicht mehr gönnte. Am Schluss wollte ich dich nicht mehr stolz machen gar beeindrucken. Es war mir egal, was du von mir denkst!Und Mutter, du bist bemitleidenswert! Nie konntest du deine eigene Meinung vertreten! Immer Vater in den Arsch zu kriechen ist auch eine Strategie. So bist du zwar unglücklich, aber dafür reich. Einen schönen Gruß an meine Geschwister! Sie haben mich immer ermutigt. Zwar für die falsche Sache, mich umzubringen, aber trotzdem. Kimberly, dein Grinsen an der Tür, als ich meine Pulsadern aufschneiden wollte, fand ich sehr schön. Natürlich bauten mich die anderen auch sehr auf. Ich kam mir richtig willkommen vor, doch leider musste auch ich gehen. Wenn es am schönsten ist, sollte man sich verabschieden. Nur einen Hacken gibt es: IHR habt nicht dazu beigetragen, dass ich glücklich sein kann. Nur keinen Freudentanz aufführen! Ich will nicht sagen, dass meine Schwestern an jeden Versuche mich umzubringen die alleinige Schuld zu tragen haben, aber einen Teil steuerten sie sicher bei. Wenn wir schon dabei sind! Meine Mitschüler:Leider kann ich mich nicht mehr an alle Namen erinnern, aber einigen Leuten möchte ich noch danken: Susan und Laura! Ihr wart meine besten...gut auch einzigen Freunde! Der Klasse möchte ich noch ein besonderes Lob aussprechen! Gute, einfallsreiche Streiche! Und diese Drohungen....perfekt! Nun ich habe eine Aufgabe zu erledigen, die mich mit meinen Freund Daniel in eine Welt bringt, in der uns keiner etwas antun, beleidigen und auseinander bringen kann. Bis hoffentlich niemals wieder! Eure Mary Rodsen Als Kimberly diesen Brief zu Ende gelesen hatte, drohten sich ihre Augen mit einer unbekannten Flüssigkeit zu füllen. Sie schämte sich dafür, weshalb sie die Tränen der wahren Trauer und des Bereuens verkniff und anstelle dessen mit gespielter Hochnäsigkeit spottete: „So eine dumme Kuh! Sogar nach ihren Tod, lügt sie! Wie kann sie uns nur so beschuldigen!?“ Alle in diesen Raum nickten zustimmend. Mary hat Recht! Wir verhielten uns nie sehr höflich zu ihr. Und das schlimmste ist, dass sich nichts ändern wird und du nicht einmal den Mut aufbringst, sie zu verteidigen! „Mutter,Vater, Schwestern? Sie schreibt die Wahrheit! Es ist doch so! Wer von uns hat sie mal in den Arm genommen, sie beruhigt, wenn sie weinte? Niemand!“ Diese Worte wollte Kimberly von sich geben, doch aus irgendeinen Grund, vielleicht um niemanden in den Rücken zu fallen, schwieg sie und verschwand kurz mit dem Brief in ihr Zimmer. Wieder im Wohnzimmer bei den Rest sitzend, grinste sie zufrieden. Bald darauf packte Frau Rodsen den Brief und warf ihn in das Feuer, das im Kamin brannte. Aus den Augen, aus den Sinn! Das reale Gesicht dieser Familie sollte nie ans Tageslicht kommen. Keiner wollte sich um die Beerdigung kümmern. Darum hatten sie vor Beethovens Symphonie zu spielen und Nelken ans Grab zu legen. Als Kim dies hörte, konnte sie nicht mehr stumm sein: „Kanntet ihr sie eigentlich?! Sie hasst Beethovens! Nelken? Das geht doch nicht! Ich übernehme die Beerdigung! Diese Missbilligung will ich nicht über sie ergehen lassen!“ Erstaunt über die unbekannte Sicht ihrer Tochter, willigten sie erleichtert, für keine solch banale Sache ihre Zeit verschwenden zu müssen, ein. Da Kimberly wöchentlich in Mary Tagebuch sah, wusste sie, was Mary gerne haben möchte. So besorgte das Lied „Wo bist du jetzt?!“ von ihrer Lieblingsband „Echt“. Wie gern hätte sie Mary eine Konzertkarte geschenkt, doch diese Chance würde sich wahrscheinlich nie wieder ergeben. Sie suchte als Blumen den Weißdorn, das neben der Hoffnung auch zum Andenken dient und den Beifuss, damit Mary, wo auch immer sie gerade ist, Glück erleben darf. Viele Leute wunderten sich über diese Auswahl. Kim fühlte sich nach jeden neugierigen Nachfragen, was diese Blumen bedeuten, als ob sie und ihre Schwester einen geheimen Bund hatten und es fühlte sich wunderbar an. Vor den Begräbnis ließ Kim die Tote schminken und ihr Lieblingskleid anziehen. Erinnerungen kamen hoch. Wie oft wünschte sich Mary genau dieses rote kurze Kleid zu tragen und nie durfte sie. „Du bist zu fett dafür“, war damals Kims Antwort. Ich habe nichts bemerkt, wie gemein ich zu ihr war! Bitte verzeih mir Schwesterherz! Ach, wenn du nur noch einmal mit mir reden könntest! Mary sah einfach bezaubernd aus an ihren letzten Tag über der Erde aus. Langsam und bedächtig wurde der Sarg über den Friedhof bis zu der Stelle, wo sie begraben werden sollte. Leise spielte man „Wo bist du jetzt?!“ und ebenso leise sang Kimberly mit: „...was nützen meine Worte? Du bist einfach nicht mehr da! Und seitdem ist mir nur allzu klar, wie schön es mit dir war!“ Wahrlich, genau so ist es Mary! Weinend standen die anderen um den Grab herum. Susan, Laura, Caroline, Kate, ihre Eltern, Lehrer, alle die sich einen Dreck um Mary in ihrer Lebenszeit scherten, standen herum und waren entweder hier um ihr Schuldgefühl zu stillen, oder sie wurden gezwungen. Alles Heuchler! Mary, ich weiß ich bin auch eine davon, aber ich bereue alles, was ich dir angetan hab auch wenn es zu spät ist! Nach den Pflichtteil blieb bald Kimberly allein zurück. So sprach sie zu Mary: „Mein Freund hat mich vorgestern verlassen. Ich habe solche Angst zu unseren Eltern zu gehen, um es ihnen zu erzählen. Auch ich und unsere Schwestern haben es in dieser Familie schwer. Ich will nicht jammern, aber wer hier nicht perfekt ist, der....“ Sie fing laut zu schluchzen an. „...Wenn die anderen mich weinen sehen würden, sie würden mich schimpfen, dass ich so weichlich bin! Ach Mary! Ich verstehe, wie schwer dies alles gewesen sein muss!“ Sie hauchte noch einen Handkuss in Richtung des Grabes und ging. An ihren Heimweg kreuzte sich die Wache. Plötzlich fiel ihr der benannte Daniel ein. Sie betrat die Polizeistation. „Guten Tag! Es wurde doch eine Leiche gefunden bei den Klippen von...“ „Ja wurde, in der Tat!“ „Lag dort auch noch eine zweite Leiche? Ich bin die Schwester von den einen Opfer und sie hat in ihren Abschiedsbrief geschrieben, dass sie sich mit ihren Freund umgebracht hatte.“ „Moment!“ Der dünne Polizist durchsuchte einen Schub voller Akten. „Nein, sie war allein!“ Komisch! „Ok, trotzdem danke! Auf Wiedersehen!“ „Kein Problem!“ Verwirrt verließ Kim das Gebäude durch eine riesige Tür, was ihr beim Eintreten nicht auffiel. Vielleicht betrachtete Kim nach den Gespräch mit den Kommissar mit anderen, nachdenklichen, Augen und ging so bewusster durch ihr Leben. Kim sprang die letzten beiden Treppen hinunter, was sie seit sie 12 Jahre alt war nicht mehr tat. Kimberly konnte genauso wenig wie Mary damals ahnen, dass es nie einen Daniel an ihrer Seite gab. Bei ihrer ersten Begegnung fühlte sich Mary allein und sehnte sich nach einer Person, die sie versteht. So erfand sie eine imaginäre Person. Nur diese Fantasievorstellung wurde für Mary sehr real, sodass sie den Unterschied zwischen der Wirklichkeit und ihren Wunschdenkens nicht mehr auseinander halten vermochte. Zu groß war die Sehnsucht nach einen Menschen, der sie versteht. Er hörte ihr zu, spendete Trost, gab ihr zu erkennen, sie zu lieben, fing sie immer wieder auf. Kurz um er war der perfekte Partner für sie. Nachdenklich, fürsorglich und liebevoll. Alles, was ihr sonst keiner bieten konnte oder wollte. Die Blumen, jene er mitbrachte erfüllten den Wunsch positiv im Mittelpunkt zu stehen. Natürlich waren sie nicht echt und so konnte Mary sie später im Wald, wenn sie zurück kam, nie wiederfinden. Daniel konnte sie auch kaum berühren, schließlich existierte er nur in Marys Gedanken. Einmal jedoch war, was sie spürte real. Nämlich kurz vor den Sturz. Doch zu diesen Zeitpunkt wehte zufällig der Wind, was die streichelnden Bewegungen erklärte. Und letzten endlich der Selbstmord und die Begründung ihres Freundes. Beides bestärkte Mary in den Glauben, dass er alles für sie tun würde. Welcher hoffnungslose Romantiker wünscht sich nicht den Tod, wenn er schon kommen soll, wie Romeo und Julia? Mary jeden Falls war so eine Art Mensch. So lange etwas einen gut tut und keinen anderen verletzt, sollte man es auch machen. Wenn es jedoch den Tod nachzieht, dann.... Somit starb Mary sinnlos! In ihren letzten Momenten, die sie auf Erden erleben durfte, zeigte Daniel ihr noch einmal, ein allerletztes Mal, die schönen Seiten des Lebens. Sicherlich die Erde musst sich auch ohne Mary weiter drehen, doch eins wusste Kim, sie wird nicht mehr so schön und vollkommen sein wie früher, denn tief im Herzen genoss sie jede Sekunde mit ihrer Schwester. Kimberly forschte noch lange nach den geheimnisvollen Daniel, der wie vom Erdboden verschluckt zu sein schien, wurde jedoch nie schlauer. Eine Woche nach dem Fund des Abschiedbriefes, lasen die Familie Rodsen dieses Blatt Papier in jeder örtlichen Zeitung, mit den Kommentar: So schaut die Welt hinter den Fassaden dieser reichen Familie aus. Dieses Mädchen, das den Brief schrieb, war verzweifelt, da sie ausgestoßen, verachtet und psychisch fertig gemacht wurde. Nach außen perfekt, doch anscheinend hat jede Familie seine düsteren Geheimnisse. Mit diesen Worten will ich nicht aufrufen, dass alle ihre Nachbarn ausspionieren, aber ich hoffe, dass ein paar Familien darüber nachdenken, ob bei ihnen vielleicht ein ähnlicher Fall herrscht! Dann möchte ich noch anfügen: Wen es so wie meiner Schwester geht, der kann sich gerne bei mir anrufen, um sich auszusprechen. Alles anonym!Kimberly Rodsen Nach diesen Artikel wurde sie zwar von allen Familienmitgliedern ausgegrenzt, doch dies stört Kim weniger. Mit solch Leuten mit ihren Verhalten, welches Kim ebenfalls besaß, sich jedoch besserte, wollte sie nichts zu tun haben. Noch im selben Jahr beendete sie ihr Studium in Journalismus mit Bravur und wurde eine bekannte Journalistin, während ihre Verwandten wegen des Artikels immer wieder vor Scham umziehen mussten. Der Auslöser dieser Peinigungen ihrer Familie, der erste veröffentlichte Bericht von Kim, erbrachte ihr Rum, Ehre und einen traumhaften Einstieg in die Welt der Journalisten. Auch der eigentlichen Sinn dieser Botschaft blieb nicht unerfüllt. Somit meldeten sich viele Mädchen, die das gleiche durchleben mussten wie es Mary. Kim besuchte mit ihren neuen Freund, der real und sehr lieb zu sein scheint, das Grab ihrer Schwester, schmückte es stets wunderschön nach den Vorstellungen des Tagebuchs Marys und erzählte ihr, was es neues gibt. Mary schaut verträumt zu ihrer Schwester auf die Erde, um auf sie aufzupassen. Mary hat ihr längst verziehen. Mit einen kleinen Schmunzeln über die neue Kimberly Rodsen, dachte sie oft an die Zeit auf der Erde. Ihre große Liebe durfte sie jedoch nie mehr in die Augen sehen. Vielleicht lebt er in der Hölle! Wieso denn? Darauf wusste sie keine Antwort. Mary fand nie heraus, dass ihr Daniel nie lebte und so auch nicht mit ihr starb. Doch die Unwissenheit war auch besser für sie und ihren inneren Frieden. Ende!!!!! =) freu Beitrag von: bettina, anitteb.weiss1@web.de
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