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Episoden Teil 1

Applaus für eine Amsel

Die Festspielkonzerte haben wieder begonnen, und wie in jedem Jahr ist es mir ein Vergnügen, der Musik in der offenen Kulisse der Klosterruine zu lauschen. Glaubt man dem Besucherstrom , so geht es vielen Musikliebhabern ebenso. Das Wetter verwöhnte uns bisher mit freundlicher Wärme und blauem Himmel. Die Orchestermusiker und ihre Dirigenten blieben weitestgehend von Regen und Windböen verschont. Ich sitze gern weit oben. Da habe ich freie Sicht auf die Bühne, keine unruhigen Köpfe mit Theatergläsern vor der Nase und Takt klopfende Füße neben mir. Die Sonne wärmt mir den Nacken und der Wind streicht durch die hohen Fenster. Nichts stört die Konzentration. Ich lausche den Klängen und verfolgte mit den Augen den Flug der Tauben, die sich von Zeit zu Zeit auf den Kapitellen niederlassen. Schwalben durchstechen die Luft mit schrillen Schreien, tauchten in einem Bogen auf, stürzten sich in die Tiefe, um im nächsten Moment durch eines der offenen Fenster hinaus zu segeln. Die Amseln verhalten sich ganz anders. Sie balancieren sich auf den Mauerkronen aus und schauen dem Geschehen zu. Sie sind es offenbar gewöhnt, ihrem Nachwuchs klassische Musik ins Nest zu legen. Ein vorwitziges Amselmännchen jedoch wagt sich immer etwas weiter nach vorn vor, hält den Kopf schräg, als ob er zuhören will und nähert sich mit kleinen Hopsern dem Orchester. Dann fliegt er auf die Seilverspannung des Zeltdaches, die direkt über dem Orchestergraben verläuft. Er wirft sich in die Brust und setzt mit seinem Solo ein, das die leisen Töne des Cello zu übertönen versucht. Dann pausiert er, um etwas später noch einmal einzusetzen. Die Besucher des Konzertes nehmen seinen Gesang sehr wohl wahr, denn auf vielen Gesichtern steht ein Lächeln. Nach einer Weile verlässt er sein Podium, beobacht doch weiterhin das musikalische Geschehen. Kurz vor dem Ende, das Orchester spielt gerade das allegro- vivace des letzten Satzes, nimmt er seinen prominenten Platz noch einmal ein und schmettert seine Variationen in den weiten Himmel. Mein Applaus gilt nicht nur den Musikern und sondern auch einer kleinen musikalischen Amsel .

Leseprobe aus dem Buch Episoden Teil 1

Beitrag von: Anne Weinhart, sanddornzeit@yahoo.de moenchskla.use.ms


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